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Gerade wir Frauen stehen oft vor dem Konflikt, dass wir uns einerseits Kinder wünschen, aber andererseits auch unsere persönliche Freiheit genießen wollen. Ein Kind bedeutet immer Verantwortung und egal wie locker man alles sieht, es wird einen zwangsläufig einschränken. Persönlich und natürlich auch finanziell muss man mit einem Kind Abstriche machen. Sicherlich gewinnt man viel hinzu, aber es ist immer ein Trade off zwischen verschiedenen Dingen.

In einem früheren Beitrag habe ich bereits über das Thema Karriere mit Kind geschrieben. In diesem Beitrag soll es aber nun genereller darum gehen vor welchem Entscheidungskonflikt fast jede Frau steht, die Mutter werden möchte.

Jede Frau ist anders

Vorneweg: Jede Frau wird andere Prioritäten haben und es geht auch nicht darum zu bewerten, ob man als Frau immer ein Kind haben sollte oder nicht. Es geht vielmehr darum alle relevanten Punkte bedacht zu haben bevor man sich für oder gegen ein Kind entscheidet. Wie man die einzelnen Kriterien bewertet, bleibt jeder Frau selbst belassen.

Meine Erfahrung ist im Übrigen auch, dass gerade jüngere Frauen viel weniger darüber nachdenken, ob sie ein Kind wollen oder nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man gerade in jungen Jahren noch nicht so vieles aufgebaut hat, worin man sich mit Kind einschränken müsste. Währenddessen man im zunehmenden Alter sich vieles privat und beruflich aufgebaut hat, das man ab einem bestimmten Punkt uneingeschränkt genießen möchte.

Kind und Karriere

Auch wenn ich dieses Thema hier nur kurz beleuchten will, da ich in anderen Posts hierauf schon ausführlicher eingegangen bin, so möchte ich dennoch ein paar Worte zum Thema Karriere und Kind verlieren.

In den letzten Jahren hat sich in Deutschland einiges verändert. Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie Eltern und insbesondere Müttern mehr Flexibilität bieten müssen, damit diese Beruf und Kind vereinbaren können. Dennoch ist es nach wie vor nicht so, dass man gerade in anspruchsvollen Jobs Kind und Karriere problemlos vereinbaren kann.

Gerade für Mütter, die stillen wollen, ist es fast unmöglich einem Vollzeitjob nachzugehen. Selbst Teilzeit wird es ein Spagat bleiben und die meiste Last ist in dieser Zeit zwangsläufig von der Mutter zu tragen.

Ungleiche Gehälter

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel gelesen in dem stand, dass in 75% der Haushalten der Mann mehr verdient als die Frau. Diese Tatsache erklärt, warum insbesondere Frauen vermehrt in Elternzeit gehen. Im Vergleich zur Mutter ist hier die Einkommenseinbuße in den meisten Fällen wesentlich unattraktiver.

Als Frau mit Karriere- und Unabhängigkeitsambitionen stellt sich aber dann hier genau die Frage, ob sie in Kauf nehmen möchte längere Zeit keiner oder nur einer teilweise Beschäftigung nachzugehen. Solange Frauen und Männer weiterhin ungleich bezahlt werden, wird es zwangsläufig so sein, dass mehr Frauen als Männer die Kinderbetreuung übernehmen.

In jedem spezifischen Fall muss vorab genau beleuchtet werden, wer wie viel verdient und wie hoch mögliche Ausfälle wären und ob man diese als Eltern in Kauf nehmen möchte.

Einschränkung der persönlichen Freiheit

Ein Kind bedeutet sich persönlich einschränken. Das kann man drehen und wenden wie man will. Die Geschichten, dass manche Mütter in den ersten 2 Jahren nicht ungestört zur Toilette gehen können, sind keine Erfindung. Aber es ist auch stark abhängig vom Mindset der jeweiligen Mutter.

Dazu eine kleine Geschichte: Während unseres Neuseelandurlaubs sind wir einer jungen Mutter beim Freedom Camping begegnet. Wir waren etwa 40 km vom nächsten Ort entfernt an einem einsamen Strand ohne sanitäre Anlagen und fließend Wasser. Das Baby war gerade einmal 3 Wochen alt, aber die jungen Eltern zelteten dort als gäbe es nichts normaleres, was man mit einem Säugling tun könnte. Für mich war das eine sehr inspirierende Begegnung.

Was ich damit sagen will: es ist alles relativ. Und es kommt darauf an, was man selbst daraus macht. Es gibt in meinen Augen immer Lösungen und Möglichkeiten sich selbst trotz oder mit Kind zu verwirklichen. Manchmal sind die Möglichkeiten nicht auf den ersten Blick sichtbar, aber ich sage immer: was man sich vorstellen kann, bekommt man auch umgesetzt.

Vereinbarkeit von Kind und eigenen Zielen

Wie vereinbare ich meine persönlichen Ziele und Wünsche und meinen Wunsch nach einem Kind? Hier gibt es mehrere Komponenten, die ein Rolle spielen: der Vater/Partner, der Arbeitgeber, die Betreuungsmöglichkeiten, das Umfeld und vor allem die eigene Einstellung.

Der Kindsvater / Partner

Jeder Kinderwunsch sollte immer bis ins jede Detail mit dem Partner abgestimmt und besprochen sein. Das klingt selbstverständlich für manch einen, ist es aus meiner Erfahrung aber nicht. Ich kenne so viele Frauen, die ihren Kinderwunsch einfach umgesetzt haben ohne zuvor mit ihrem Partner darüber gesprochen zu haben. Frust auf beiden Seiten ist dadurch vorprogrammiert.

Es ist wichtig, dass beide Seiten eine recht konkrete Vorstellung davon haben, wer sich wann um das gemeinsame Kind kümmert. Ohne einen Konsens im Vorfeld wird es später schwierig ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen.

Der Arbeitgeber

Bevor man sich für ein Kind entscheidet, sollte man überlegen wie man sich seine berufliche Zukunft vorstellt. Dies gilt natürlich auch oder vielleicht noch um so mehr für Selbständige oder Freiberufler. Natürlich weiß man oft nicht wie die Zeit als Mutter wirklich sein wird, aber eine grobe Idee und Vorstellung sollte man haben.

Etwaige Elternzeit und mögliche Teilzeitvereinbarungen sollten frühzeitig mit dem Arbeitgeber diskutiert werden. In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Modellen und Möglichkeiten wie man seine Elternzeit umsetzen kann. Frühzeitiges Informieren lohnt sich.

Die Betreuungsmöglichkeiten

Ob man sich für ein Kind entscheidet, hängt nicht selten davon ab wie es nach der Geburt betreut werden kann. Gerade Mütter, die eigene persönliche Ziele abseits der Familie haben, müssen sich frühzeitig mit diesem Punkt auseinander setzen. Nicht selten müssen Kitaplätze schon vor der Geburt beantragt werden, um zwei oder drei Jahre später auch tatsächlich eine Betreuung zugesichert zu bekommen.

Ich bin ein großer Fan von einem Au Pair Mädchen oder Jungen und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. All unsere Au Pairs haben unser Haus nach einem Jahr als ein Teil der Familie verlassen und sind uns heute noch eng verbunden. Für mich bietet ein Au Pair kombiniert mit einer Kita/ Schule die maximale Flexibilität und ermöglicht es mir meine eigenen Ziele beruflich und privat zu verwirklichen.

Auch die Zusammenarbeit mit einer Tagesmutter habe ich ausprobiert und gerade für Überbrückungsphasen damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch hier ist es wichtig sich möglichst so früh wie möglich zu informieren und Kontakt aufzunehmen.

Das persönliche Umfeld

Auch das persönliche Umfeld spielt eine große Rolle bei der Entscheidung, ob man sich für ein Kind entscheidet oder nicht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man ein gutes und positives Umfeld braucht, wenn man mehr möchte als bloß Mutter sein.

Viele Menschen, insbesondere andere Frauen und Mütter können sich nicht vorstellen mehr als nur ihrer Mutterrolle nachzugehen. Sätze wie “Warum bist Du überhaupt Mutter geworden?” oder “Du bist doch gar keine richtige Mutter, wenn Du so viel arbeitest.” werden gerade arbeitende Mütter schon das ein oder andere Mal gehört haben. Das ist frustrierend und deshalb ist es umso wichtiger, dass man sich ein positives und bestärkendes Umfeld sucht. In meinen Augen ist immer alles möglich, auch wenn es sich Dritte vielleicht für sich selbst nicht vorstellen können.

Die eigene Einstellung

Kommen wir zum entscheidenden Faktor in Sachen Kind – ja oder nein. Die eigene Einstellung beeinflusst einfach alles. Wie wir über etwas denken und wie wir an etwas herangehen beeinflusst sämtliche Ergebnisse in unserem Leben.

Ich glaube daran, dass man auch mit einem oder mehreren Kindern seine eigenen Ziele verwirklichen kann. Vielleicht muss man etwas mehr organisieren und beachten, aber es ist möglich. Es wird nicht immer alles perfekt sein, aber das Leben ist schließlich nie ganz perfekt und das gehört auch irgendwie dazu.

Mein Kind ist die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.

Wir ihr vielleicht wisst, bin ich bereits Mutter eines heute 8 jährigen Sohnes. Auch, wenn die Zeit nicht immer einfach war, so war die Entscheidung vor 9 Jahren Mutter zu werden das beste, was ich je getan habe. Mein Sohn ist eine riesige Bereicherung für mein Leben und trotz meiner nach wie vor großen persönlichen und beruflichen Ziele möchte ich keine Sekunde missen.

Ich kann nur jede Frau bestärken ihrem Kinderwunsch zu folgen, vor allem, wenn sie auch berufliche und persönliche Ziele hat. Mit guter Planung kann alles funktionieren viele Wege eröffnen sich, wenn man sie geht.

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