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Wie Eltern Kindern helfen können ihren Weg nach dem Abitur zu finden.

In den letzten 20 Jahren hat sich an unseren Schulen sehr viel verändert. Schuljahre wurden verkürzt, der Schulstoff ist aber mindestens gleich geblieben. Mittlerweile werden Fremdsprachen schon in der Grundschule gelehrt. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Zusatzveranstaltungen an Schulen, die auf das spätere Berufsleben vorbereiten sollen. Mein Eindruck der heutigen Schulabgänger ist, dass sie eher verloren in der Masse der Möglichkeiten wirken. Manche sind gerade volljährig und sollen bereits entscheiden was sie für den Rest ihres Lebens machen wollen. Nach dem Abitur macht sich dann Ratlosigkeit bei den Schulabgängern breit und die Eltern werden nervös.

Papa und Mama geben den Weg vor

Nicht selten habe ich Coachees, die mit Ende 20 schon mehrere Studiengänge abgebrochen haben oder mit Ende 20 immer noch nicht wissen, was sie mit ihrem Leben beruflich anfangen sollen. Oft geben die Eltern die Richtung vor und bestimmen von außen, was studiert werden, welche Praktika gemacht werden müssen oder wo der Auslandsaufenthalt stattfinden soll. Eltern meinen es gut, sie wollen das beste für ihre Kinder, aber gut gemeint ist eben nicht immer wirklich gut.

Wenig Freiheit bis zum Abitur

Das heutige Schulsystem und die gesellschaftlichen Ansprüche erlauben recht wenig Freiheit rechts und links abseits der Schule. Auf der anderen Seite stehen dem gegenüber dann noch die Eltern mit ihren Erwartungen. Alles wirkt optimiert. Nachhilfeunterricht in der Grundschule ist für viele Kinder bereits Alltag. Früher wäre das die absolute Ausnahme gewesen. In den weiterführenden Schulen ist es heutzutage eher die Ausnahme als die Regel keine Nachhilfe zu erhalten. Kinder lernen, dass es ohne Hilfe nicht geht. Sie lernen früh, dass sie Anleitung brauchen, um ihren Weg zu gehen. Deshalb sitzen viele junge Coachees oft vor mir und schauen mich fragend an. Fragend, was denn nun der nächste Schritt sei und was sie tun müssen, um erfolgreich zu sein.

„Abitur habe ich, ich studiere auch, aber was nun?“

Sich zurechtfinden in der VUCA Welt

VUCA ist die Abkürzung für volatility (Volatilität), uncertainty (Unsicherheit), complexity (Komplexität), ambiguity (Mehrdeutigkeit) und beschreibt die Rahmenbedingungen in der sich unsere Gesellschaft aktuell bewegt. Unsere Umwelt verändert sich viel rascher und schneller als noch vor 10 oder 20 Jahren. Heranwachsenden offenbaren sich unendlich vile Möglichkeiten. Neue Berufe und Berufsfelder entstehen, die es vorher nicht gegeben hat. Abitur ist keine Besonderheit mehr, die meisten Jugendlichen schließen heutzutage ihre Schule mit einem Abiturzeugnis ab. Danach gibt es eine Vielzahl von Optionen, aber keine davon garantiert Sicherheit, Erfolg und ewiges Glück. All das verunsichert und überfordert, verständlicherweise.

6 Ideen, was man nach dem Abitur machen kann

Aus meiner Arbeit mit jungen Coachees und meiner Erfahrung aus Bewerbungsgesprächen mit Berufseinsteigern habe ich verschiedene Methoden entwickelt wie ich jungen Menschen helfen kann ihre Berufung zu finden. Dabei gibt es in einem ersten Schritt verschiedene Möglichkeiten, was man nach dem Abitur sinnvolles tun kann.

Die folgenden 6 Möglichkeiten können helfen herauszufinden, was man wirklich will.

1. Auslandsaufenthalt

Nichts inspiriert und bildet so sehr wie ein Jahr in einem fremden Land und in einer fremden Kultur zu leben. Besonders geeignet sind Work&Travel Angebote oder Angebote von diversen Hilfsorganisationen, die immer wieder Volontäre zur Unterstützung suchen. Ein solcher Aufenthalt erdet, schafft Selbstbewusstsein und zeigt gerade einem jungen Menschen, dass es auch ohne Eltern und harte Regeln und Vorschriften geht. Ein längerer Auslandsaufenthalt ist vor allem auch dann von Vorteil, wenn man eine Sprache zusätzlich lernen oder sich in einer verbessern möchte. Nach einem solchen Jahr verändert sich der Blickwinkel komplett.

2. Praktika

Vor allem kleinere Unternehmen, Kanzleien, aber auch Kliniken bieten die Möglichkeit in bestimmte Berufsfelder hineinzuschnuppern. In sozialen oder gesundheitlichen Einrichtungen ist es unter anderem auch möglich ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren. Durch diese Tätigkeiten kann man gut herausfinden, was man möchte und was nicht. Des Weiteren verschafft es auch Zeit außerhalb eines schulischen Umfelds zu reifen.

3. Studium

Der Klassiker ist sicher das Studium. Wenn man schon weiß, was einen interessiert, ist das sicher nicht die schlechteste Option. Auf der anderen Seite ist es auch leicht möglich nach dem ersten Semester das Fach zu wechseln. Manchmal merkt man erst dann, dass das Fach doch anders ist als man sich vorgestellt hat.

4. Ausbildung

Berufsausbildungen sind etwas außer Mode gekommen und meiner Meinung nach vollkommen unterschätzt. Vor allem das Handwerk bietet großartige Möglichkeiten für kreative Menschen mit Geschick und Talent. Dinge zu erschaffen kann eine große innere Befriedigung bedeuten. Eine Tatsache, die man gerade in einem betriebswirtschaftlichen Umfeld extrem vermisst.

5. Start Up gründen oder sich selbständig machen

Meiner Meinung nach eines der besten Dinge, die man nach dem Abitur machen kann. Sich ausprobieren. Ideen umsetzen ohne im Hintergrund Verpflichtungen zu haben. Eine Sache, die zu Schulzeiten viel zu kurz kommt. Dabei ist jetzt die beste Zeit. Am besten sind Ideen, die man vielleicht mit Geschwistern oder Freunden zusammen entwickelt und die im ersten Schritt keinen großen Kapitalbedarf haben. Ich kenne Schwestern die einen kleinen Waffelladen gegründet haben und Brüder, die mit dem Verkauf von gebrauchten Möbeln begonnen haben und heute deutschlandweit unterwegs sind.

6. Zusatzqualifikationen erwerben

Eine weitere Option nach dem Abitur ist sich mit vor allem mit Dingen zu beschäftigen, die einen interessieren. Dafür kann man sich meiner Meinung nach auch gerne mal ein Jahr Zeit nehmen. Ob es eine Ausbildung als Yogalehrerin ist oder eine Programmiersprache ist, die man sich in Kursen beibringt, ganz egal, hauptsache es macht Spaß. Später ist für solche Wünsche meist viel zu wenig Zeit. Und ein gutes Taschengeld kann man sich dabei mit Nebenjobs verdienen.

Sich Zeit lassen seine Berufung zu finden

Wichtig aus meiner Sicht ist sich Zeit zu lassen, aber auch seine Zeit nicht zu verschwenden. Ich befürworte so viel auszuprobieren wie möglich, um herauszufinden, was man selbst möchte. Je mehr Dinge man findet, die man nicht mag desto besser findet man heraus, was man stattdessen will. Am besten ist es sein soziales Umfeld mal zu verlassen, eine Reise zu machen oder seinen Alltag zu verändern.

Viele Eltern müssen lernen ihren Kindern Freiräume zu lassen und ihnen eigene Entscheidungen auch zuzutrauen. Selbst wenn diese Entscheidungen nicht den Vorstellungen der Eltern entsprechen.

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