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Kind? Ja oder nein?

Kind? Ja oder nein?

Gerade wir Frauen stehen oft vor dem Konflikt, dass wir uns einerseits Kinder wünschen, aber andererseits auch unsere persönliche Freiheit genießen wollen. Ein Kind bedeutet immer Verantwortung und egal wie locker man alles sieht, es wird einen zwangsläufig einschränken. Persönlich und natürlich auch finanziell muss man mit einem Kind Abstriche machen. Sicherlich gewinnt man viel hinzu, aber es ist immer ein Trade off zwischen verschiedenen Dingen.

In einem früheren Beitrag habe ich bereits über das Thema Karriere mit Kind geschrieben. In diesem Beitrag soll es aber nun genereller darum gehen vor welchem Entscheidungskonflikt fast jede Frau steht, die Mutter werden möchte.

Jede Frau ist anders

Vorneweg: Jede Frau wird andere Prioritäten haben und es geht auch nicht darum zu bewerten, ob man als Frau immer ein Kind haben sollte oder nicht. Es geht vielmehr darum alle relevanten Punkte bedacht zu haben bevor man sich für oder gegen ein Kind entscheidet. Wie man die einzelnen Kriterien bewertet, bleibt jeder Frau selbst belassen.

Meine Erfahrung ist im Übrigen auch, dass gerade jüngere Frauen viel weniger darüber nachdenken, ob sie ein Kind wollen oder nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man gerade in jungen Jahren noch nicht so vieles aufgebaut hat, worin man sich mit Kind einschränken müsste. Währenddessen man im zunehmenden Alter sich vieles privat und beruflich aufgebaut hat, das man ab einem bestimmten Punkt uneingeschränkt genießen möchte.

Kind und Karriere

Auch wenn ich dieses Thema hier nur kurz beleuchten will, da ich in anderen Posts hierauf schon ausführlicher eingegangen bin, so möchte ich dennoch ein paar Worte zum Thema Karriere und Kind verlieren.

In den letzten Jahren hat sich in Deutschland einiges verändert. Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie Eltern und insbesondere Müttern mehr Flexibilität bieten müssen, damit diese Beruf und Kind vereinbaren können. Dennoch ist es nach wie vor nicht so, dass man gerade in anspruchsvollen Jobs Kind und Karriere problemlos vereinbaren kann.

Gerade für Mütter, die stillen wollen, ist es fast unmöglich einem Vollzeitjob nachzugehen. Selbst Teilzeit wird es ein Spagat bleiben und die meiste Last ist in dieser Zeit zwangsläufig von der Mutter zu tragen.

Ungleiche Gehälter

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel gelesen in dem stand, dass in 75% der Haushalten der Mann mehr verdient als die Frau. Diese Tatsache erklärt, warum insbesondere Frauen vermehrt in Elternzeit gehen. Im Vergleich zur Mutter ist hier die Einkommenseinbuße in den meisten Fällen wesentlich unattraktiver.

Als Frau mit Karriere- und Unabhängigkeitsambitionen stellt sich aber dann hier genau die Frage, ob sie in Kauf nehmen möchte längere Zeit keiner oder nur einer teilweise Beschäftigung nachzugehen. Solange Frauen und Männer weiterhin ungleich bezahlt werden, wird es zwangsläufig so sein, dass mehr Frauen als Männer die Kinderbetreuung übernehmen.

In jedem spezifischen Fall muss vorab genau beleuchtet werden, wer wie viel verdient und wie hoch mögliche Ausfälle wären und ob man diese als Eltern in Kauf nehmen möchte.

Einschränkung der persönlichen Freiheit

Ein Kind bedeutet sich persönlich einschränken. Das kann man drehen und wenden wie man will. Die Geschichten, dass manche Mütter in den ersten 2 Jahren nicht ungestört zur Toilette gehen können, sind keine Erfindung. Aber es ist auch stark abhängig vom Mindset der jeweiligen Mutter.

Dazu eine kleine Geschichte: Während unseres Neuseelandurlaubs sind wir einer jungen Mutter beim Freedom Camping begegnet. Wir waren etwa 40 km vom nächsten Ort entfernt an einem einsamen Strand ohne sanitäre Anlagen und fließend Wasser. Das Baby war gerade einmal 3 Wochen alt, aber die jungen Eltern zelteten dort als gäbe es nichts normaleres, was man mit einem Säugling tun könnte. Für mich war das eine sehr inspirierende Begegnung.

Was ich damit sagen will: es ist alles relativ. Und es kommt darauf an, was man selbst daraus macht. Es gibt in meinen Augen immer Lösungen und Möglichkeiten sich selbst trotz oder mit Kind zu verwirklichen. Manchmal sind die Möglichkeiten nicht auf den ersten Blick sichtbar, aber ich sage immer: was man sich vorstellen kann, bekommt man auch umgesetzt.

Vereinbarkeit von Kind und eigenen Zielen

Wie vereinbare ich meine persönlichen Ziele und Wünsche und meinen Wunsch nach einem Kind? Hier gibt es mehrere Komponenten, die ein Rolle spielen: der Vater/Partner, der Arbeitgeber, die Betreuungsmöglichkeiten, das Umfeld und vor allem die eigene Einstellung.

Der Kindsvater / Partner

Jeder Kinderwunsch sollte immer bis ins jede Detail mit dem Partner abgestimmt und besprochen sein. Das klingt selbstverständlich für manch einen, ist es aus meiner Erfahrung aber nicht. Ich kenne so viele Frauen, die ihren Kinderwunsch einfach umgesetzt haben ohne zuvor mit ihrem Partner darüber gesprochen zu haben. Frust auf beiden Seiten ist dadurch vorprogrammiert.

Es ist wichtig, dass beide Seiten eine recht konkrete Vorstellung davon haben, wer sich wann um das gemeinsame Kind kümmert. Ohne einen Konsens im Vorfeld wird es später schwierig ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen.

Der Arbeitgeber

Bevor man sich für ein Kind entscheidet, sollte man überlegen wie man sich seine berufliche Zukunft vorstellt. Dies gilt natürlich auch oder vielleicht noch um so mehr für Selbständige oder Freiberufler. Natürlich weiß man oft nicht wie die Zeit als Mutter wirklich sein wird, aber eine grobe Idee und Vorstellung sollte man haben.

Etwaige Elternzeit und mögliche Teilzeitvereinbarungen sollten frühzeitig mit dem Arbeitgeber diskutiert werden. In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Modellen und Möglichkeiten wie man seine Elternzeit umsetzen kann. Frühzeitiges Informieren lohnt sich.

Die Betreuungsmöglichkeiten

Ob man sich für ein Kind entscheidet, hängt nicht selten davon ab wie es nach der Geburt betreut werden kann. Gerade Mütter, die eigene persönliche Ziele abseits der Familie haben, müssen sich frühzeitig mit diesem Punkt auseinander setzen. Nicht selten müssen Kitaplätze schon vor der Geburt beantragt werden, um zwei oder drei Jahre später auch tatsächlich eine Betreuung zugesichert zu bekommen.

Ich bin ein großer Fan von einem Au Pair Mädchen oder Jungen und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. All unsere Au Pairs haben unser Haus nach einem Jahr als ein Teil der Familie verlassen und sind uns heute noch eng verbunden. Für mich bietet ein Au Pair kombiniert mit einer Kita/ Schule die maximale Flexibilität und ermöglicht es mir meine eigenen Ziele beruflich und privat zu verwirklichen.

Auch die Zusammenarbeit mit einer Tagesmutter habe ich ausprobiert und gerade für Überbrückungsphasen damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch hier ist es wichtig sich möglichst so früh wie möglich zu informieren und Kontakt aufzunehmen.

Das persönliche Umfeld

Auch das persönliche Umfeld spielt eine große Rolle bei der Entscheidung, ob man sich für ein Kind entscheidet oder nicht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man ein gutes und positives Umfeld braucht, wenn man mehr möchte als bloß Mutter sein.

Viele Menschen, insbesondere andere Frauen und Mütter können sich nicht vorstellen mehr als nur ihrer Mutterrolle nachzugehen. Sätze wie „Warum bist Du überhaupt Mutter geworden?“ oder „Du bist doch gar keine richtige Mutter, wenn Du so viel arbeitest.“ werden gerade arbeitende Mütter schon das ein oder andere Mal gehört haben. Das ist frustrierend und deshalb ist es umso wichtiger, dass man sich ein positives und bestärkendes Umfeld sucht. In meinen Augen ist immer alles möglich, auch wenn es sich Dritte vielleicht für sich selbst nicht vorstellen können.

Die eigene Einstellung

Kommen wir zum entscheidenden Faktor in Sachen Kind – ja oder nein. Die eigene Einstellung beeinflusst einfach alles. Wie wir über etwas denken und wie wir an etwas herangehen beeinflusst sämtliche Ergebnisse in unserem Leben.

Ich glaube daran, dass man auch mit einem oder mehreren Kindern seine eigenen Ziele verwirklichen kann. Vielleicht muss man etwas mehr organisieren und beachten, aber es ist möglich. Es wird nicht immer alles perfekt sein, aber das Leben ist schließlich nie ganz perfekt und das gehört auch irgendwie dazu.

Mein Kind ist die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.

Wir ihr vielleicht wisst, bin ich bereits Mutter eines heute 8 jährigen Sohnes. Auch, wenn die Zeit nicht immer einfach war, so war die Entscheidung vor 9 Jahren Mutter zu werden das beste, was ich je getan habe. Mein Sohn ist eine riesige Bereicherung für mein Leben und trotz meiner nach wie vor großen persönlichen und beruflichen Ziele möchte ich keine Sekunde missen.

Ich kann nur jede Frau bestärken ihrem Kinderwunsch zu folgen, vor allem, wenn sie auch berufliche und persönliche Ziele hat. Mit guter Planung kann alles funktionieren viele Wege eröffnen sich, wenn man sie geht.

Working Dad

Working Dad

Der Begriff der Working Mom ist den meisten geläufig, aber über einen Working Dad redet niemand. Arbeitende Väter gibt es statistisch gesehen weitaus mehr, aber den Begriff des Working Dad hört man eher selten. In meinem vorherigen Blogpost zum Thema Working Mom Tipps & Tricks habe ich das Thema bereits angeschnitten.

Gleichberechtigung zwischen Vätern und Müttern

Die Tatsache, dass es eher den Begriff der arbeitenden Mutter gibt, lässt verschiedene Rückschlüsse zu. Einerseits ist es statistisch eher seltener, dass Mütter auch arbeiten, andererseits scheinen Väter entweder zu arbeiten oder sich um die Kinder kümmern. Ein Mann ist eher ein arbeitender Mann, als ein arbeitender Vater, so meine Hypothese. Nach Gleichberechtigung klingt das nicht, ich weiß. Nur, warum ist das so?

Arbeitende Mütter

Das statistische Bundesamt hat dieses Jahr einen Bericht herausgegeben „Das Leben von Frauen und Männern in Europa – Ein statistisches Porträt„.  Die erste Kernaussage dort ist:

„Je mehr Kinder, desto größer der Unterschied in der Beschäftigungsquote von Frauen und Männern“

Generell: Die Erwerbstätigenquote von Männern ist im Durchschnitt höher als bei Frauen.  „Im Jahr 2017 betrug die Beschäftigungsquote von Frauen ohne Kinder in der EU 66 %, während die der Männer bei 74 % lag. Mit einem Kind stiegen die Quoten auf 71 % bei Frauen und 86 % bei den Männern. Mit zwei Kindern blieb die Quote bei den Frauen fast unverändert bei 72 %, bei Männern stieg sie hingegen auf 90 %. Bei drei oder mehr Kindern fiel die Beschäftigungsquote der Frauen auf 57 %, die der Männer auf 85 %. Dieses Muster ließ sich in den meisten Mitgliedstaaten beobachten.“

Die zweite große Kernaussage dazu ist:

„Fast ein Drittel der erwerbstätigen Frauen arbeitet Teilzeit“

Teilzeitarbeit ist unter Frauen deutlich verbreiteter als unter Männern. Im Jahr 2017 arbeiteten 32 % der erwerbstätigen Frauen Teilzeit, im Vergleich dazu aber nur 9 % der Männer.

Warum arbeiten Frauen mehr Teilzeit als Männer?

Mütter arbeiten also vermehrt Teilzeit, je mehr sie sich um die Kinder kümmern wollen bzw. müssen. Der Working Dad Anteil steigt hingegen. Die typischen Klischees scheinen damit bedient. Männer spielen die Versorger und Frauen die Hausfrauen.

Gender Paygap

Ein Grund dafür dürfte sein, dass ein Working Dad einfach mehr verdient als eine Working Mom. Die ungleiche Einkommensverteilung zwischen Männern und Frauen würde wahrscheinlich ein ganzes Buch füllen, deswegen möchte ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen. Wenn wir jedoch wollen, dass auch Väter mehr Verantwortung für ihre Kinder übernehmen, dann muss dieses Thema gelöst werden.

Working Dad in der Verantwortung

Aber es geht auch darum Väter in die Verantwortung zu nehmen. Auch mit Vollzeitstelle, denn es gibt auch Mütter, die trotz Vollzeitstelle sich um Kinder und den Haushalt kümmern. Demgegenüber kenne ich viele Männer, die sich regelrecht vor ihrer Vaterrolle und den Aufgaben im Haushalt verstecken. Sätze wie „ich habe den ganzen Tag gearbeitet und brauche meine Ruhe“ sind hier keine Seltenheit. Das klingt dann häufig ähnlich dramatisch wie die Emotionen bei der typischen Männergrippe, nur dass hier ein Drache erlegt worden und die Welt vor dem Untergang gerettet wurde.

Spaß beiseite. Kinder erziehen sich nicht von allein und auch der Haushalt muss gemacht werden. Ein Working Dad mit einer Vollzeitstelle kann sich hier genauso beteiligen wie eine Working Mom.

Mütter in der Pflicht

Aber es geht nicht nur darum, dass Väter mehr Verantwortung übernehmen. Es geht insbesondere auch darum, dass wir Frauen sie lassen und sie dabei unterstützen. Uns Müttern ist es über viele Generationen und kulturell in die Wiege gelegt worden uns um Kinder und Haushalt zu kümmern. Die meisten von uns hatten unsere Mütter als Vorbild. Männern hingegen ist es eher fremd nur für Kinder und Haushalt da zu sein. ich will nichts entschuldigen, aber die wenigsten Männer hatten Vollzeit berufstätige Mütter und Väter, die sich insbesondere um Kinder und Haushalt gekümmert haben.

Es ist also auch ein stückweit unsere Pflicht den Vätern die Hausaufgabenbetreuung, das Geschenke und Klamotten kaufen, das kochen und Wäsche waschen beizubringen und dann zu übertragen.

Wie ist Deine Meinung zu diesem Thema? Schreib mir doch gerne einen Kommentar dazu. 🙂

Neuseeland mit Kind

Neuseeland mit Kind

Reisen mit Kind war für mich von Anfang an eine große Selbstverständlichkeit. Neuseeland mit Kind sollte unser nächstes großes Abenteuer werden. Seit mein Sohn auf der Welt ist, waren wir schon viel unterwegs. Vor allem in Südostasien wie Thailand oder Malaysia, aber auch in ganz Europa. Sehr oft waren wir mit unserem T6 California campen in den Bergen oder haben in Hütten ohne viel Strom und fließend Wasser übernachtet. 

Auch, wenn dieser Beitrag zu Neuseeland mit Kind anders ist als meine bisherigen Beiträge, so soll er dennoch meiner Vision dienen: Mütter zu unterstützen ihren Träumen zu folgen, auch mit Kind.

Reisen mit Kind

Neuseeland war immer ein großer Traum für uns. Wir wollten warten bis unser Sohn alt genug ist, dass er das Land mit all seiner Schönheit auch voll erfahren kann. Heute ist er 8 Jahre alt, bereits ein enthusiastischer Wanderer und echt echtes Outdoorkind. Ich glaube daran, dass Kinder durch Abenteuer wachsen und ich glaube daran, dass viele Eltern sich mehr Sorgen und Gedanken machen, als zwingend notwendig ist.

Träume und Ziele

Nur, weil man Kinder hat, sollte man seine Träume und Visionen nicht an den Nagel hängen. Das gilt auch für das Reisen. Für uns war immer klar, dass wir auch mit Kind weiterhin die Welt bereisen wollten. Aus meiner Erfahrung ist alles möglich und man muss die Dinge einfach ausprobieren. Je mehr ein Kind merkt, dass selbst große Reisen einfach und nicht Angst einflößend sind, desto einfacher ist es auch mit einem Kind zu reisen.

Kinder sind anspruchsloser als man denkt

Oft sind die Sorgen, die wir uns im Vorfeld einer solchen Reise machen unbegründet und basieren auf unseren eigenen Ängsten vor fremden Ländern und Kulturen oder neuen Situationen. Wir haben dieses Jahr mehrere zweitausender Gipfel bestiegen und sind teilweise mittelschwere bis schwere Touren gegangen. Mein Sohn war bei dem ersten Zweitausender erst 7 Jahre und ist die meiste Zeit mit Wanderstöcken vorneweg marschiert. Er war trittsicherer als ich unterwegs und auch der erste, der wieder in die Hütte einkehrte.

Campen in Neuseeland

Neuseeland bereist man am besten mit dem Camper. Nach dem Lesen etlicher Blogs und Reiseführer war diese Sache für uns klar. Wir wollten keinen großen Komfort, wir wollten Abenteuer und haben uns deshalb auch für ein recht kleines Fahrzeug, einen Toyota Hiace entschieden. Da das Fahrzeug das Zertifikat „self-contained“ führt, dürfen wir auch an den abgelegensten Plätzen unser Lager aufschlagen.

Einfach mal machen

Ich kenne so viele Familien, die nur noch Club Urlaube machen oder in Deutschland bleiben. Es gibt immer so viele Ausreden, warum man mit Kindern egal welchen Alters nicht weiter reisen kann. Ich halte es für reine Ausreden. Die Kinder sind aus meiner Erfahrung in den wenigsten Fällen der Grund, meist sind es die Ängste und Gedanken der Eltern, die eine solche Reise verhindern.

Zu teuer? Auch so eine Ausrede

Ja, Neuseeland mit Kind ist teuer. Und ja, natürlich ist eine Reise zu dritt teurer als eine Reise zu zweit. Aber, wenn man will, findet man Wege. Neuseeland war unser Traumreiseland von Anfang an. Hierfür haben wir gespart und waren auch bereit von Anfang an auf übermäßigen Komfort zu verzichten. Uns ging es nicht darum die Nächte in teuren Hotels zu verbringen, wir wollten das Land sehen und Zeit in der Natur verbringen, die Kultur und die Menschen dort kennen lernen.

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Wir haben etwa 6 Monate vorher die Flüge gebucht und die ersten Reiseführer besorgt. Unseren Campervan haben wir auch etwa ein halbes Jahr im Voraus gebucht, da wir wussten, dass wir in der Hauptsaison buchen müssen. Vincent ist schulpflichtig, also müssen wir uns leider an den normalen Schulferien orientieren. 3 Monate vorher etwa die Fähre von der Nord- zur Südinsel dann.

Mit unseren Schlafsäcken sind wir auf Daune diesen Sommer umgestiegen, da diese einfach leichter sind und ein geringes Packmaß aufweisen. Auch werden wir keine Koffer mitnehmen sondern Trolley Rucksäcke, die man sowohl als Rucksack, Tasche oder Rollkoffer nutzen kann.

Neuseeland mit Kind Packliste

Hier eine kleine Packliste, der wichtigsten Sachen für eine Campervan Reise mit Kind. 

  • Kompressionstaschen zur besseren Aufbewahrung in der Tasche (gibt es in verschiedenen Größen)
  • Multifunktionswerkzeug, Taschenmesser
  • LED Lampen
  • Autoladegeräte
  • Sonnencreme
  • Mückenschutz/ Moskitonetz
  • Schlafsäcke und Kissen, die klein und leicht sind
  • Merinounterwäsche
  • Multifunktionsjacken/ -kleidung
  • Kleidung für maximal eine Woche (wir waschen vor Ort)
  • Daypacks
  • Handtücher
  • Wäscheleine
  • Spiegelreflexkamera mit Ersatzakkus und Ersatzspeicherkarten

Hast Du noch Fragen zu einer Reise mit Kind oder brauchst noch weitere Anregungen? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

Working Mom – Tipps & Tricks

Working Mom – Tipps & Tricks

Bist Du eine Working Mom oder denkst Du darüber nach eine zu werden? dann bist Du hier goldrichtig. Ich habe 6 Monate nach der Geburt meines Sohnes wieder Vollzeit gearbeitet und bin heute, 8 Jahre später sehr froh darüber. Da ich vom Muttertyp eine typische Regenbogenmutter (mehr zum Thema: Welcher Mutteryp ist Du?) bin, war schnell klar, dass ich Kind UND Karriere wollte.

Kind und Karriere

Vorneweg: Aus meiner Sicht sind beide Dinge vereinbar. Voraussetzung ist, dass man es als Mutter auch möchte. Denn sicherlich ist das Leben einer Working Mom hier und da herausfordernder als das einer Mutter, die nicht arbeiten geht. Auch muss man der Typ dafür sein. Es muss klar sein, dass man einen Kompromiss eingehen muss und dass man immer ein stück weit zwischen den Welten der Karriere und des Mutterseins steht.

Organisation ist alles

Einmal für eine Karriere mit Kind entschieden, geht die Planung und die Organisation auch schon los. Alles muss frühzeitig geregelt werden. Wie lange will ich pausieren? Möchte ich Teilzeit nach dem Mutterschutz arbeiten oder Elternzeit nehmen? Wird der Vater sich an der Kinderbetreuung beteiligen? Wie wird das Kind betreut, wenn ich arbeite? Möchte ich einen Krippenplatz, eine Tagesmutter oder lieber ein Au Pair? Welche Kosten kommen auf uns zu? All diese Fragen sollte man bereits im Vorfeld, bestenfalls schon vor der Geburt geklärt haben.

Meine 8 Working Mom Tipps

  1. Besprich so früh wie möglich mit Deinem Arbeitgeber, wann Du wieder in den Beruf einsteigen willst. Mach Dir vorher Gedanken, ob es eventuell mehrere Optionen gibt, die Du vorschlagen könntest.
  2. Mach Dir Gedanken über Betreuungsmöglichkeiten. Für Kinder über 3 Jahre ist die Kita sicherlich eine gute Lösung. Bei jüngeren Kindern ist dies aus meiner Erfahrung schwieriger. Ich habe da lieber auf die Dienste eines Au Pairs zurückgegriffen.
  3. Fallback Lösungen: Denke auch immer an eine Fallback Lösung, wenn alle Stricke reißen. (z.B. Krankheit, Kita Streik, beruflicher über Nacht weg sein, etc.) Wie kann das Kind dann betreut werden?
  4. Nimm Deinen Partner mit in die Verantwortung. Wir Frauen müssen lernen unsere Partner mit einzubeziehen und ihn auch Verantwortung zu übertragen. Ein Working Dad ist eine Selbstverständlichkeit. Warum? Weil wir Mütter meistens die Kinderbetreuung übernehmen.
  5. Reflektiere Dich als Mutter in Deiner Working Mom Rolle. Viele arbeitende Mütter scheitern, weil sie versuchen alles perfekt zu machen. Überall 100% geben zu müssen und alles unter einen Hut bringen zu wollen. Eine Working Mom zu sein bedeutet auch mal eine 5 gerade sein zu lassen. Perfektionismus schadet nur.
  6. Nimm dir Auszeiten: Ruhe und Zeit für Dich sind besonders wichtig. Du bist nicht nur für Dein Kind und Deine Karriere zuständig, sondern auch für Dich. Es ist völlig ok Dir Zeit für Dich einzuräumen. Sport zu machen, Freunde zu treffen oder einfach mal ein gutes Buch zu lesen. Es gibt den Vater, Freunde oder Verwandte, die in dieser Zeit auf das Kind aufpassen können.
  7. Sei ehrlich mit Dir und Deinem Umfeld. Jedes Kind ist anders und niemand weiß vorher wie alles klappen wird. Kommuniziere dies sowohl in dein privates als auch berufliches Umfeld. Es gibt immer perfekte Absichten, aber die Realität ist oft anders. Die meisten Arbeitgeber schätzen es, wenn man von Anfang an ehrlich ist. „Ich werde versuchen Vollzeit zu arbeiten, aber ich kann es nicht versprechen“, ist ein Satz, der vielleicht etwas Überwindung kostet, aber auch auf alle Eventualitäten einzahlt.
  8. Mache Working Mom sein zu einer Selbstverständlichkeit. Je mehr Du Deine Rolle als Working Mom lebst und sie als selbstverständlich ansiehst, desto leichter ist es. Für meinen Sohn ist es ganz normal, dass ich Vollzeit arbeite und er vermisst auch nichts. Je weniger wir etwas besonderes daraus machen, desto einfacher ist es. Manche Dinge muss man einfach machen, ganz gleich, was andere darüber denken.
  9. Höre nicht auf die Meinung anderer. Es ist ganz allein Deine Entscheidung, ob Du arbeiten möchtest Du oder nicht. Es ist weder gut noch schlecht und niemand hat ein Recht darüber zu urteilen. Allerdings urteilen trotzdem viele, insbesondere andere Mütter. Das mag oft nicht nett sein, aber Du kannst es nicht ändern und Du musst lernen Deine eigene Entscheidung zu treffen, losgelöst von der Meinung anderer.
Hast Du noch weitere Tipps und Tricks? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar.
Zweites Kind ja oder nein?

Zweites Kind ja oder nein?

Ich bin bereits Mutter und liebe meinen Sohn über alles. Ich habe in einem vorherigen Blogpost zum Thema Mütter in der Unternehmensberatung mich bereits mit dem Thema Muttersein befasst. Nun bin ich Mitte 30, habe den Mann meines Lebens an meiner Seite und frage mich, ob ich bzw. wir nicht noch ein zweites Kind möchte(n).

Die folgenden Zeilen sind zum Teil eine Reflektion meiner Gedanken und der Art und Weise wie ich mit dieser Fragestellung umgehe. Ich muss dazu sagen, dass ich eine kreative Regenbogenmutter bin. Kindererziehung allein erfüllt mich nicht und eine berufliche Perspektive war mir immer wichtig. Zum Thema Muttertyp und was der Unterschied zwischen einer Regenbogenmutter und einer Erdmutter ist, findest Du hier einen weiteren Beitrag.

Das zweite Kind

Ein weiteres oder zweites Kind ist eine ganz andere Entscheidung, als sich zu fragen, ob man ein erstes Kind möchte. Beim ersten Kind sind zumindest wir Frauen viel mehr von Instinkten getrieben. Der erste Kinderwunsch ist nicht selten ein abstraktes Bedürfnis und weniger ein ganz konkretes Gefühl, das man beschreiben kann. Ich kenne viele Mütter, die das erste Kind bekommen mit der einfachen Begründung, dass sie eben ein Kind wollten. Das ist völlig normal, aber beim zweiten Kind ist die Situation für viele etwas anders. Man kennt eigentlich alles, was einen erwartet oder man glaubt es zumindest. Man erinnert sich an die schwere Geburt, die schlaflosen Nächte und vollen Windeln. Ich erinnere mich auch an ein Baby im Maxi Cosi, das auch beim Duschen immer mit dabei sein wollte.

Ich schreibe all diese Zeilen aus meiner Regenbogenmuttersicht. Ein zweites oder weiteres Kind ist für mich in erster Linie sehr viel Verantwortung. Es ist eine Entscheidung für viele Jahre und es bedeutet gerade in den ersten Jahren, dass man auch große Opfer bringen muss.

Im Folgenden werde ich zunächst, die aus meiner Sicht negativen, und dann die positiven Punkte aufzählen und kommentieren.

Zweites Kind oder Karriere?

Die negative oder sagen wir kritische Seite:

Wenn Frauen lange hadern, ob sie noch ein zweites Kind bekommen sollen oder nicht, dann nenne ich das auch sehr häufig: die Regenbogenmutterfrage. Denn eine Erdmutter, die voll und ganz in der Kindererziehung aufgeht, stellt eine solche Frage eher seltener.

Gerade, wenn man berufliche Ambitionen hat, bremst ein Kind die berufliche Entwicklung zunächst. Die wenigsten Mütter gehen nach dem Mutterschutz wieder arbeiten, die meisten nehmen Elternzeit. Elternzeit ist wunderbar, aber bedeutet eben auch, dass man die meiste oder gar alle Zeit Mutter ist. Ich habe bei meinem ersten Kind auch Elternzeit genommen und es war damals die richtige Entscheidung. Heute weiß ich aber, dass ich schneller wieder in meinen Beruf zurückkehren wollte. Die Elternzeit hat meiner Karriere nicht mehr geschadet, als ein Sabbatical es auch getan hätte, aber förderlich war sie natürlich auch nicht.

Karrierekiller Teilzeit

Teilzeit kann in meinen Augen ein echter Karrierekiller sein. Dazu gibt es einige Studien und hier einen Artikel auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung. Ich habe nie Teilzeit gearbeitet, weil dieses Modell in der Unternehmensberatung schwer umsetzbar ist. Als Unternehmensberaterin konnte ich nicht nur 3 Tage verfügbar sein, auch waren 8 Stunden Tage einfach nicht abbildbar. 

Ich kenne keine Frau, die Karriere in Teilzeit gemacht hat. Hat man berufliche Ambitionen, dann muss man Vollzeit arbeiten oder in kauf nehmen, dass Beförderungen länger dauern. Auch sind gerade Frauen in höheren Positionen mit Teilzeitstellen zunehmend frustriert, da sie weder der Mutterrolle noch ihrer Rolle im Job richtig gerecht werden können. Im Job fällt es Vorgesetzten mit Teilzeitmüttern sehr schwer geeignete Aufgaben zu finden und diese speisen sie nicht selten mit Sonderprojekten ab, die mehr einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gleichen. Wenn man sich als Teilzeitmutter oder Teilzeitvater damit abfindet, ist Teilzeit als reine Maßnahme, um Geld zu verdienen und trotzdem für das Kind da zu sein, sicherlich eine Option.

Beziehungskiller (zweites) Kind

Kinder verändern die Beziehung zum Partner. Jeder, der das leugnet, lügt. Oft werden Beziehungen dann auch auf eine harte Probe gestellt. Der unregelmäßige Schlaf und die große neue Verantwortung nehmen auch Einfluss auf die Beziehung. Wir Frauen verändern uns mit jeder Geburt, unser Hormonhaushalt fährt einmal Achterbahn, unser Körper verändert sich, unser Gemütszustand und auch unsere Beziehung zu unserem Partner ist nach einer Geburt anders. Ganz zu Schweigen von der Sexualität.

Ein Kind, gerade ein Säugling, ist vergleichbar mit anderen Extremsituationen, die eine jede Beziehung mal durchleben muss. Manchmal erleben wir nach der Geburt diese Extremsituation zum ersten Mal mit unserem Partner und das kann sehr überfordernd sein. Selbst Paare, die sich schon lange kennen und bisher stabile Einheiten waren, kommen hier ins Straucheln. Ich denke, das ist ganz normal, aber man muss sich im Vorhinein darüber im Klaren sein.

Romantische Zweisamkeit

Kinder sind etwas wunderbares, aber nicht wenn sie schreien, quengeln oder krank sind. Romantisch Essen gehen, ist mit einem Säugling oder Kleinkind so gut wie unmöglich. Für mich war Essen gehen mit einem unter 3-jährigen immer anstrengend. Man kommt nie wirklich zum essen, ständig fällt etwas runter oder es wird gequengelt. Auch ist es oft nicht möglich sich in Ruhe zu unterhalten, denn das Kind braucht volle Aufmerksamkeit.

Veränderungen des Körpers

Jedes Baby verändert den Körper der Mutter, das ist sicherlich jedem klar. Aber es passieren viel mehr Veränderungen als man sich vor einer Geburt vorstellen kann. Da gibt es die offensichtlichen Veränderungen, die die Geburt mit sich bringt. Das große Loch im Bauch durch die verdrängten Muskeln, Geburtsverletzungen, mögliche  vorübergehende Inkontinenz aufgrund des strapazierten Beckenbodens, die länger anhaltende Blutung im Wochenbett, die geschwollenen Brüste  und so viele Dinge mehr, die von Frau zu Frau unterschiedlich ausgeprägt sein können. Die nicht sichtbaren Veränderungen hormonell und persönlich sind meiner Meinung nach aber mindestens genauso schwerwiegend.

Außenseiter Mann

Für Männer bzw. die Väter ist diese Situation auch nicht wirklich einfach. Als Mann steht man quasi nur daneben und beobachtet, was passiert. Es ist für uns Frauen schon schwer vorstell- und nachvollziehbar, was mit uns in einer solchen Situation passiert, wie muss dies dann für einen Mann sein?

Ich kenne Männer, die nach der Geburt eine Art Eifersucht dem Kind gegenüber entwickelt haben, die sich weigern die Windel zu wechseln und die seelenruhig weiterschlafen, wenn das Neugeborene in der Nacht schreit. Das ist in den meisten Fällen keine böse Absicht der Männer, oftmals sind sie genauso überfordert wie die Mutter auch. Auch wird Männern in unserer, aber auch in anderen Gesellschaften, nicht beigebracht wie man mit Babys umgeht. Die meisten werden bei der Geburt ihres eigenen Kindes vielleicht noch nie ein Baby im Arm gehabt haben.

Beim zweiten Kind haben sie dann vielleicht schon etwas Übung, aber auch sie werden sich wieder mehr einschränken müssen und auch Mehr an Verantwortung mit übernehmen.

Regretting motherhood

Vor einigen Jahren wurde eine Studie, der israelischen Soziologin, Orna Donath, veröffentlicht, in der es darum geht, dass Mütter ihre Mutterschaft bedauern. Sie hat dazu auch ein Buch veröffentlicht, den Link dazu findest du hier. Über dieses Studie gab es allgemein einen großen Aufschrei. Viele echauffierten sich wie eine Mutter überhaupt so denken kann.

Ich denke, dass sehr viele Mütter einmal, und wenn auch nur kurz an den Punkt kommen, an dem sie ihre Mutterschaft vielleicht nicht bereuen, aber es sich zumindest anders vorgestellt haben. 

Gerade Regenbogenmütter und sogenannte Scannerpersönlichkeiten überkommt häufiger das Gefühl, dass man aufgrund der Verantwortung für ein Kind einen Teil seiner Freiheit und Möglichkeiten verliert. Man fühlt sich eingeschränkt und gebunden.

Zweites Kind als Krönung der Beziehung

 oder auch die positive Seite des Kinderkriegens

Nach all den Zweifeln, die ich gerade beschrieben habe, ist ein Kind, egal das wievielte, in meinen Augen die Krönung einer jeden Beziehung. Kinder sind etwas wunderbares und machen in meinen Augen eine Familie erst so richtig komplett.

Gerade wir Regenbogenmütter zweifeln sehr oft, ob wir ein erstes oder zweites Kind wollen. Wir sind Hin und Her gerissen zwischen den Welten. Im einen Moment ist es die tollste Vorstellung im nächsten sehen wir uns unserer Freiheit beraubt. Dahinter stecken viele Ängste, wie die Existenzangst oder die Angst vor Freiheitsverlust, aber auch die Angst keine gute Mutter zu sein schwingt immer ein wenig mit.

Familie als Basis für ein glückliches Leben

Es gibt eine Studie, die Menschen über Jahre immer wieder befragt hat, was sie glücklich macht. Je älter diese Menschen wurden, desto häufiger war einer der Kernpunkte die Familie. Natürlich kann man auch ohne Kinder glücklich sein, aber ich bin der Meinung, dass gerade Kinder nochmal eine ganz andere positive Dynamik in das Familienleben bringen. Gerade bei vielen älteren Menschen beobachte ich, dass Einsamkeit mit das schlimmste Übel ist, was einem widerfahren kann. Meine Oma hatte viele Kinder und Enkelkinder, in ihrem Leben war bis zum Schluss immer richtig was los und sie genoss das Familienleben bis zum Schluss.

Persönliche Erfüllung in der Mutterschaft

Trotz der Tatsache, dass mir eine Karriere immer wichtig war, erfüllt mich meine Mutterrolle sehr. Einem Kind all seine bedingungslose Liebe zu schenken, ist ein atemberaubendes Gefühl. Gemeinsam mit Kindern die Welt erkunden, zu beobachten wie sie die Dinge wahr nehmen oder mit ihnen früh morgens oder spät abends im Bett zu kuscheln, ist ein absolut unvergleichbares Gefühl. Wenn ich abends frage, was mich heute glücklich gemacht hat, dann steht sehr oft die Zeit mit meiner Familie ganz weit oben. Seitdem ich Mutter bin, fühle ich mich vollständig.

Zweites Kind als Chance für Entwicklung

Ein zweites oder weiteres Kind bedeutet Veränderung. Veränderung wiederum bedeutet die Chance auf Weiterentwicklung. Das betrifft jedes einzelne Familienmitglied für sich allein, aber auch die ganze Familie zusammen. Ich sehe es als eine Herausforderung um noch eine bessere Familienmanagerin zu werden, gelassener mit Herausforderungen um zu gehen und natürlich, die Dinge, die ich durch mein erstes Kind gelernt habe, dem zweiten zu Gute kommen zu lassen.

Konfliktpotential eindämmen

Im Folgenden gebe ich euch ein paar Tipps an die Hand, um den typischen Konfliktfällen im Rahmen des Familienzuwachses vorzubeugen.

Kommunikation mit dem Partner als Schlüssel

Wichtig ist, dass man seine Sorgen und Zweifel zum Thema Kinderwunsch offen und ehrlich mit dem Partner bespricht. Wir Frauen neigen dazu das Thema Kinderwunsch oft nur mit uns selbst auszumachen und die Diskussion und Kommunikation mit dem Partner kommt nicht selten viel zu kurz. Für Männer bedeutet ein Baby auch ein hohes Maß an mehr Verantwortung, schließlich tragen Mütter in der ersten Zeit oftmals nur eingeschränkt oder gar nicht zum Haushaltseinkommen bei.

Ich rate dazu vor der Schwangerschaft über alle Sorgen und Ängste zu sprechen und auch die gegenseitigen Vorstellungen im Alltag abzuklären. Viele Mütter sind gerade in den ersten Monaten frustriert, wenn sie sich allein um den Säugling und den Haushalt kümmern und der Vater erst spät abends nach Hause kommt. Dann fallen Sätze wie „so habe ich mir das nicht vorgestellt“, aber geredet wurde vorher darüber auch nicht.

Bevor man sich für ein Kind entscheidet, sollte mit dem Partner geklärt sein wie man sich ein späteres Zusammenleben mit Kind vorstellt. Jede Mutter braucht auch Auszeiten, ein Kind ist viel anstrengender als ein Vollzeitjob. Erst vor kurzem las ich einen Bericht in dem stand, dass ein Kind vergleichbar mit 2,5 Vollzeitjobs ist. Männer haben oft kein Gefühl dafür was es bedeutet sich den ganzen Tag um einen Säugling oder ein Kleinkind zu kümmern. Sie unterschätzen die Last, die auf der Mutter liegt, aus Unwissen, nicht absichtlich.

Paarzeit

Auch mit einem Baby oder Kleinkind sollte man Zeit nur zu zweit verbringen. Unser Partner hat unsere ungeteilte Aufmerksamkeit genauso verdient und jede Beziehung leidet darunter, wenn der Mann sich nur in die Arbeit stürzt oder die Frau zu 100% nur für das Neugeborene da ist. Mütter müssen ab einem gewissen Zeitpunkt auch in der Lage sein, das Baby mal in andere Hände zu geben.

Meine Empfehlung daher: Babysitter buchen. Ob Oma, beste Freundin oder eine bezahlte andere Person, aber dies ist die einzige Möglichkeit ein halbwegs entspannte Zweisamkeit zu genießen. Ich sage „halbwegs“, weil es meist dann doch nicht so reibungslos und stressfrei läuft wie gewünscht. Aber auch ein Baby, das gestillt wird, kann einen Abend mal mit der Flasche und abgepumpter Milch ernährt werden. Und wir Mütter müssen uns unserem Partner zuliebe auch mal überwinden können, wenn dieser darum bittet.

Elterngeld federt finanzielle Sorgen ab

Das Elterngeld ist eine einkommensabhängige Leistung und sicher Eltern während der ersten Zeit nach dem Mutterschutz ab. Mehr zum Thema Elterngeld findet ihr hier. Auch ich habe bei meinem ersten Kind Elterngeld bezogen und empfand es als absolute Erleichterung, die es mir damals ermöglichte ein Jahr zu Hause zu bleiben. Maximal kann man 1800 Euro monatlich für 12 bzw. 14 Monate bekommen oder das ganze auf 24 Monate ausweiten, wobei es dann nur die Hälfte monatlich gibt. 

Eine Karriere mit Kind ist möglich

Unternehmen werden immer flexibler und Muttersein und Arbeiten wird immer besser vereinbar. Sicherlich gibt es nach wie vor viel zu tun, aber mehr und mehr entwickelt sich auch die Arbeitswelt zu einer kinderfreundlichen Umgebung. Viele Unternehmen bieten bereits interessantere flexible Arbeitsmodelle an und Homeoffice wird immer mehr Regel statt Ausnahme.

Auch gibt es immer mehr Väter, die mehr Verantwortung in der Kindererziehung übernehmen. So sehr ein Kind einerseits ein Karrierekiller sein kann, so kann es aber mit guter Planung und Aufteilung trotzdem möglich sein private und berufliche Ziele zu vereinbaren.

Inspirierende Frauen

Inspirierende Frauen

Women empowering Women oder Frauen inspirieren Frauen

Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, gibt es auf meiner Webseite einen neuen Bereich, der sich „Inspirational Women“ nennt. Ihr findet dort kurze, inspirierende Interviews mit Frauen, die mich inspirieren und deren Geschichte ich gerne mit euch teilen möchte. Zum Inspirational Bereich bitte hier clicken.

Inspirierende weibliche Vorbilder

Viele Jahre habe ich nach weiblichen Vorbildern gesucht. Ich wollte wissen, wie es andere Frauen und Mütter machen. Wie setzen sich Frauen in Männerberufen durch, wie kann ich als Mutter meinem Job weiterhin gerecht werden ohne nur Mutter sein zu müssen? Weibliche Vorbilder, abseits der Mütter und Frauen, die ich bereits kannte, habe ich kaum gefunden. Ich war auf der Suche nach einer Art „Role Model“ zur Orientierung. Mütter, die es anders machen als den traditionellen Vorstellungen und Rollenbildern zu entsprechen. Versteht mich nicht falsch, es geht mir nicht darum zu werten. Die traditionelle Mutterrolle hat ihre guten und richtigen Seiten, aber ich für mich wollte nie diese Rolle für mich annehmen. Ich bin eine Regenbogenmutter und wollte und will meine Ziele und Visionen verwirklichen. Zum Thema, welcher Muttertyp Du bist, findest Du auch einen Blogartikel von mir.

Ich selbst möchte heute andere Frauen inspirieren ihren eigenen Weg zu gehen, aber ich möchte auch eine Plattform bieten, inspirierende Geschichten von Frauen für Frauen teilen zu können.

Serena Williams – eine inspirierende Frau

Vergangenes Wochenende war das Wimbledon Tennis Finale. Serena Williams stand im Finale und verlor gegen die deutsche Angelique Kerber. So herausragend der Triumph der Deutschen war, um so inspirierender empfand ich den Auftritt von Serena Williams. Serenas Tochter ist heute 10 Monate alt, Serena ist also eine frischgebackene Mutter und stand am Wochenende im Finale des wohl berühmtesten Tennisturniers der Welt. Jede Mutter wird mir beipflichten, dass das eine unglaubliche Leistung ist. Jede Mutter wird mir zustimmen, dass das nur mit einer unglaublichen Disziplin und einem unbändigen Willen zu schaffen ist.

Ich war beeindruckt Serena so zu sehen, fit, durchtrainiert, aber auch irgendwie gelassener als man sie noch von Zeiten vor ihrer Schwangerschaft kennt. Die Welt berichtete darüber, den Artikel findet ihr hier.

Kann ich das / darf ich das als Mutter?

Gerade, wenn es an weiblichen Rollenvorbildern mangelt, stellt man sich die Frage, ob man bestimmte Dinge überhaupt „darf“. Schnell steckt man in der Schublade, der Rabenmutter und wird von allen Seiten angefeindet. Gerade andere Mütter können hier besonders herablassend sein. Aber bitte bedenkt, dass sie mit solchen Aussagen ihre Grenzen aufzeigen und es nicht die Eigenen sind.

Ich habe lange gebraucht mir die Frage, ob ich das als Mutter darf oder nicht, nicht mehr zu stellen. Natürlich darf ich das, wenn ich mich damit wohlfühle. Nur oft fühlen wir uns gerade aus dem Grund nicht wohl, da wir von anderen dafür kritisiert werden. Wir müssen lernen unser Handeln nicht mehr von anderen Menschen abhängig zu machen und erkennen, dass nur wir ganz allein die Verantwortung für uns und unser Handeln tragen.

Wenn Dir jemand sagt, das geht nicht, dann sind dies seine/ihre Grenzen, nicht Deine.

Du kannst alles, was Du Dir vornimmst. Du willst weiterhin Sport in der Schwangerschaft machen, dann tu es. Du willst für einen Marathon trainieren, obwohl Du noch Kleinkind zuhause hast, dann tu es. Es gibt immer Wege Lösungen zu finden. Ich bin bis in den 9 Monat geritten und mir ging es unglaublich gut damit. Meine damalige Hebamme hat mich bestärkt alle Dinge zu tun, die ich sportlich auch vorher getan habe. Als mein Sohn drei Jahre alt war, habe ich begonnen für einen Marathon zu trainieren und das trotz Vollzeitjob in der Unternehmensberatung. Ich habe trainiert, wenn er nachts schlief oder habe ihn zur Oma gebracht und bin dann dort zwei Stunden laufen gegangen. Auch habe ich ihn auf dem Hof spielen lassen und bin dann immer 100m Sprints hin und her gelaufen. Wenn man etwas möchte, dann findet man einen Weg.

Sei die Erste!

Deshalb mein Rat an Dich: Sei die Erste! Habe den Mut die Dinge zu tun, die Du tun möchtest. Ganz egal, ob Du Mutter bist oder nicht. Es gibt immer jemanden, der etwas zum ersten Mal macht und Du wirst andere dadurch inspirieren und anderen Mut machen. Nichts ist inspirierender, aber jemand, der schon mal etwas gemacht hat, was Du Dich bisher nicht getraut hast.

Ich weiß, wie es sich anfühlt die Erste zu sein, die etwas macht. Als Unternehmensberaterin war ich oft die erste Mutter, die Vollzeit gearbeitet hat. Bei der Volkswagen Consulting war ich die erste vollzeitarbeitende Beraterin, bei PwC in der Management Consulting war ich damals auch die erste, die Mutter und zugleich Unternehmensberaterin war. Ich habe den Job so sehr geliebt und wollte unbedingt noch so viel lernen, dass ich meine Zweifel damals überwinden konnte. War es schwer? Oh, ja. Aber heute bin ich unendlich dankbar für diese Erfahrungen und für die Fähigkeiten, die ich erwerben durfte. Sie helfen mir heute sogar eine in meinen Augen bessere Mutter zu sein, denn ich war nicht nur im Beruf eine der besten Projektmanagerinnen, die es gab. Ich bin auch privat in der Lage jedes Projekt zu managen. Je größer, komplizierter und komplexer desto besser.

Wie werde ich eine inspirierende Mutter?

  1. Ganz einfach: Machen! Auch, wenn man Mutter ist, kann man seine Träume verwirklichen und seine Ziele verfolgen. Ja, Kinder brauchen Zeit und Aufmerksamkeit, aber Kinder wachsen auch an Müttern, die ihnen Möglichkeiten statt Grenzen zeigen.
  2. Hör auf Dein Herz und nicht auf andere. Es ist Dein Leben, niemand anderes trägt dafür die Verantwortung außer Dir selbst.
  3. Sei mutig! Es gibt immer eine, die Erste ist und sich traut Dinge zu tun, andere folgen dann.
  4. Rechne mit Rückschlägen. Aller Anfang ist schwer, gerade, wenn der Weg noch nicht klar ist. Lass dich nicht entmutigen, Scheitern gehört zum Leben dazu.
  5. Suche Dir ein bestärkendes Umfeld. Suche Menschen, die Dich positiv bestärken, meide die Menschen, die Dich grundlos kritisieren.
  6. Teile Deine Erfahrungen. Inspiriere andere mit Deiner Geschichte.

Sei Du selbst die inspirierende Mutter, die Du Dir immer als Vorbild gewünscht hast und mach anderen Frauen Mut auch ihren Träumen zu folgen.

 

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