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Mein Körper, meine Entscheidung

Mein Körper, meine Entscheidung

Mein Körper, meine Entscheidung sage ich in Bezug auf §219a. Das Kabinett stimmte heute einer Reform des umstrittenen §219a zu. Werbung für einen Schwangerschaftsabbruch ist nach wie vor strafbar, aber Ärzte und Ärztinnen dürfen nun darauf hinweisen diesen Eingriff anzubieten.

Ein kleiner Schritt

Für viele ist dieser Schritt ganz sicher noch nicht weitreichend genug.
Der Kompromiss der Großen Koalition sieht lediglich vor, dass Ärzte zwar nun straffrei darüber informieren dürfen, dass sie Abtreibungen durchführen, aber weiterhin nicht darüber wie das geschieht.

Wir sind noch weit davon entfernt, dass eine Frau vollkommen selbst entscheiden kann, was sie mit ihrem Körper macht. Vor allem werden die Zugänge sich über einen solchen Eingriff zu informieren weiterhin verwehrt. Aus meiner Sicht geht es niemanden etwas an, ob ich abtreibe oder nicht. Mein Körper, meine Entscheidung.

Aber auch Ärztinnen und Ärzte haben sich jahrelang in Grauzonen bewegt. Der Fall Kristina Hänel zeigt dies. (vgl. ein Beitrag aus der Zeit Online) Das wird durch die Reform nicht viel besser werden, aber es ist zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Rechnung.

Jede Frau für sich

Ein Schwangerschaftsabbruch ist für keine Frau leicht. Wir leben gottseidank in einem Land in dem es bis zum dritten Monat möglich ist eine Schwangerschaft abzubrechen. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die eine Frau zu dieser Entscheidung bringen. Und jede Entscheidung ist individuell. Oft ist es nicht der richtige Partner oder die richtige Lebenssituation und manchmal fehlt der Glaube, dass man es schaffen kann. Es ist okay, noch nicht bereit zu sein. Denn ein Kind bedeutet viel Verantwortung. Und nicht selten sind Frauen in dieser Situation in vollkommener Verzweiflung.

Der §219a hat es Ärztinnen und Ärzten erschwert Frauen Informationen bereitzustellen, die über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken. Es wird nach wie vor nicht so einfach möglich sein über diesen Eingriff zu informieren. Zu leicht könnte man diese Information als “Werbung” auslegen.

Werbung für eine Abtreibung?

Werbung für einen Schwangerschaftsabbruch ist also verboten. Als ob eine Frau durch Werbung auf die Idee käme schwanger zu werden, um dann abzutreiben. Entschuldigt bitte, aber das Wort “Werbung” für einen Schwangerschaftsabbruch ist absurd. Ein Abort ist kein Produkt, was ich im Supermarkt kaufen kann. Wenn eine Frau in die Situation kommt über einen Abbruch nachzudenken, dann sucht sie Informationen. Keine Werbung. Sie ist wahrscheinlich verzweifelt und sucht Rat, sie weiß schlimmstenfalls nicht wem sie sich anvertrauen kann und soll. Da geht es nicht um Werbung, sondern um Information.
Jede Frau sollte ein Recht haben sich frei zu informieren.

Ein Hoch auf Kristina Hänel

Kristina Hänel, eine Gießener Ärztin wurde letztes Jahr zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt. Abtreibungsgegner warfen ihr vor auf ihrer Internetseite Abbrüche anzubieten und darüber zu informieren und zeigten sie an.

“Mir geht es darum, dass Kinder auf die Welt kommen, die gewollt sind.”

Kristina Hänel, 4.2.2019

Kristina Hänel ist eine der wenigen Ärztinnen in Hessen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführt. In Gießen sogar die einzige soweit ich weiß. Sie sagt, dass keine Frau einen Schwangerschaftsabbruch leichtfertig durchführen lässt. Dafür ist der Eingriff viel zu tiefgreifend. Jeder der einen solchen Eingriff mal erlebt hat, wird mir zustimmen.

Wenn eine Frau in der heutigen Zeit für die Rechte von Frauen kämpft, dann ist das Frau Hänel. Für mich eine inspirierende Persönlichkeit und eine unglaublich mutige Frau.

Erste Schritte bei ungewollter Schwangerschaft

Es gibt verschiedene Einrichtungen, die man anonym kontaktieren kann. Besonders Pro Familia ist eine Beratungsstelle, die in jeder größeren Stadt ein Büro hat und Frauen beratend zur Seite steht. Die Beratungstermine sind neutral und werden ohne jegliche Vorwurfshaltung geführt.

Es ist wichtig sich Zeit zu nehmen, um die Entscheidung zu treffen. Niemand kann einem diese Entscheidung abnehmen und manchmal dauert es auch noch einige Monate danach bis man seinen Frieden mit der Entscheidung findet. Zum Thema Kind ,ja oder nein, habe ich bereits einen anderen Blogeintrag geschrieben.

Dein Körper, deine Entscheidung

Familie und Freunde sind nicht immer die richtigen Ansprechpartner, wenn man über einen Abbruch nachdenkt. Es ist für viele Menschen ein absolutes Tabuthema und selbst die eigene Mutter, Schwester oder beste Freundin wird einem vielleicht nicht den Rat geben können, der einem wirklich weiter hilft. Das Personal von Beratungsstellen wie Pro Familia hingegen ist geschult in diesen Situationen zu beraten.

Mein Körper, meine Entscheidung. Ich bin für eine Abschaffung des Paragraphen 219a.

Kind? Ja oder nein?

Kind? Ja oder nein?

Gerade wir Frauen stehen oft vor dem Konflikt, dass wir uns einerseits Kinder wünschen, aber andererseits auch unsere persönliche Freiheit genießen wollen. Ein Kind bedeutet immer Verantwortung und egal wie locker man alles sieht, es wird einen zwangsläufig einschränken. Persönlich und natürlich auch finanziell muss man mit einem Kind Abstriche machen. Sicherlich gewinnt man viel hinzu, aber es ist immer ein Trade off zwischen verschiedenen Dingen.

In einem früheren Beitrag habe ich bereits über das Thema Karriere mit Kind geschrieben. In diesem Beitrag soll es aber nun genereller darum gehen vor welchem Entscheidungskonflikt fast jede Frau steht, die Mutter werden möchte.

Jede Frau ist anders

Vorneweg: Jede Frau wird andere Prioritäten haben und es geht auch nicht darum zu bewerten, ob man als Frau immer ein Kind haben sollte oder nicht. Es geht vielmehr darum alle relevanten Punkte bedacht zu haben bevor man sich für oder gegen ein Kind entscheidet. Wie man die einzelnen Kriterien bewertet, bleibt jeder Frau selbst belassen.

Meine Erfahrung ist im Übrigen auch, dass gerade jüngere Frauen viel weniger darüber nachdenken, ob sie ein Kind wollen oder nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man gerade in jungen Jahren noch nicht so vieles aufgebaut hat, worin man sich mit Kind einschränken müsste. Währenddessen man im zunehmenden Alter sich vieles privat und beruflich aufgebaut hat, das man ab einem bestimmten Punkt uneingeschränkt genießen möchte.

Kind und Karriere

Auch wenn ich dieses Thema hier nur kurz beleuchten will, da ich in anderen Posts hierauf schon ausführlicher eingegangen bin, so möchte ich dennoch ein paar Worte zum Thema Karriere und Kind verlieren.

In den letzten Jahren hat sich in Deutschland einiges verändert. Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie Eltern und insbesondere Müttern mehr Flexibilität bieten müssen, damit diese Beruf und Kind vereinbaren können. Dennoch ist es nach wie vor nicht so, dass man gerade in anspruchsvollen Jobs Kind und Karriere problemlos vereinbaren kann.

Gerade für Mütter, die stillen wollen, ist es fast unmöglich einem Vollzeitjob nachzugehen. Selbst Teilzeit wird es ein Spagat bleiben und die meiste Last ist in dieser Zeit zwangsläufig von der Mutter zu tragen.

Ungleiche Gehälter

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel gelesen in dem stand, dass in 75% der Haushalten der Mann mehr verdient als die Frau. Diese Tatsache erklärt, warum insbesondere Frauen vermehrt in Elternzeit gehen. Im Vergleich zur Mutter ist hier die Einkommenseinbuße in den meisten Fällen wesentlich unattraktiver.

Als Frau mit Karriere- und Unabhängigkeitsambitionen stellt sich aber dann hier genau die Frage, ob sie in Kauf nehmen möchte längere Zeit keiner oder nur einer teilweise Beschäftigung nachzugehen. Solange Frauen und Männer weiterhin ungleich bezahlt werden, wird es zwangsläufig so sein, dass mehr Frauen als Männer die Kinderbetreuung übernehmen.

In jedem spezifischen Fall muss vorab genau beleuchtet werden, wer wie viel verdient und wie hoch mögliche Ausfälle wären und ob man diese als Eltern in Kauf nehmen möchte.

Einschränkung der persönlichen Freiheit

Ein Kind bedeutet sich persönlich einschränken. Das kann man drehen und wenden wie man will. Die Geschichten, dass manche Mütter in den ersten 2 Jahren nicht ungestört zur Toilette gehen können, sind keine Erfindung. Aber es ist auch stark abhängig vom Mindset der jeweiligen Mutter.

Dazu eine kleine Geschichte: Während unseres Neuseelandurlaubs sind wir einer jungen Mutter beim Freedom Camping begegnet. Wir waren etwa 40 km vom nächsten Ort entfernt an einem einsamen Strand ohne sanitäre Anlagen und fließend Wasser. Das Baby war gerade einmal 3 Wochen alt, aber die jungen Eltern zelteten dort als gäbe es nichts normaleres, was man mit einem Säugling tun könnte. Für mich war das eine sehr inspirierende Begegnung.

Was ich damit sagen will: es ist alles relativ. Und es kommt darauf an, was man selbst daraus macht. Es gibt in meinen Augen immer Lösungen und Möglichkeiten sich selbst trotz oder mit Kind zu verwirklichen. Manchmal sind die Möglichkeiten nicht auf den ersten Blick sichtbar, aber ich sage immer: was man sich vorstellen kann, bekommt man auch umgesetzt.

Vereinbarkeit von Kind und eigenen Zielen

Wie vereinbare ich meine persönlichen Ziele und Wünsche und meinen Wunsch nach einem Kind? Hier gibt es mehrere Komponenten, die ein Rolle spielen: der Vater/Partner, der Arbeitgeber, die Betreuungsmöglichkeiten, das Umfeld und vor allem die eigene Einstellung.

Der Kindsvater / Partner

Jeder Kinderwunsch sollte immer bis ins jede Detail mit dem Partner abgestimmt und besprochen sein. Das klingt selbstverständlich für manch einen, ist es aus meiner Erfahrung aber nicht. Ich kenne so viele Frauen, die ihren Kinderwunsch einfach umgesetzt haben ohne zuvor mit ihrem Partner darüber gesprochen zu haben. Frust auf beiden Seiten ist dadurch vorprogrammiert.

Es ist wichtig, dass beide Seiten eine recht konkrete Vorstellung davon haben, wer sich wann um das gemeinsame Kind kümmert. Ohne einen Konsens im Vorfeld wird es später schwierig ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen.

Der Arbeitgeber

Bevor man sich für ein Kind entscheidet, sollte man überlegen wie man sich seine berufliche Zukunft vorstellt. Dies gilt natürlich auch oder vielleicht noch um so mehr für Selbständige oder Freiberufler. Natürlich weiß man oft nicht wie die Zeit als Mutter wirklich sein wird, aber eine grobe Idee und Vorstellung sollte man haben.

Etwaige Elternzeit und mögliche Teilzeitvereinbarungen sollten frühzeitig mit dem Arbeitgeber diskutiert werden. In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Modellen und Möglichkeiten wie man seine Elternzeit umsetzen kann. Frühzeitiges Informieren lohnt sich.

Die Betreuungsmöglichkeiten

Ob man sich für ein Kind entscheidet, hängt nicht selten davon ab wie es nach der Geburt betreut werden kann. Gerade Mütter, die eigene persönliche Ziele abseits der Familie haben, müssen sich frühzeitig mit diesem Punkt auseinander setzen. Nicht selten müssen Kitaplätze schon vor der Geburt beantragt werden, um zwei oder drei Jahre später auch tatsächlich eine Betreuung zugesichert zu bekommen.

Ich bin ein großer Fan von einem Au Pair Mädchen oder Jungen und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. All unsere Au Pairs haben unser Haus nach einem Jahr als ein Teil der Familie verlassen und sind uns heute noch eng verbunden. Für mich bietet ein Au Pair kombiniert mit einer Kita/ Schule die maximale Flexibilität und ermöglicht es mir meine eigenen Ziele beruflich und privat zu verwirklichen.

Auch die Zusammenarbeit mit einer Tagesmutter habe ich ausprobiert und gerade für Überbrückungsphasen damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch hier ist es wichtig sich möglichst so früh wie möglich zu informieren und Kontakt aufzunehmen.

Das persönliche Umfeld

Auch das persönliche Umfeld spielt eine große Rolle bei der Entscheidung, ob man sich für ein Kind entscheidet oder nicht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man ein gutes und positives Umfeld braucht, wenn man mehr möchte als bloß Mutter sein.

Viele Menschen, insbesondere andere Frauen und Mütter können sich nicht vorstellen mehr als nur ihrer Mutterrolle nachzugehen. Sätze wie “Warum bist Du überhaupt Mutter geworden?” oder “Du bist doch gar keine richtige Mutter, wenn Du so viel arbeitest.” werden gerade arbeitende Mütter schon das ein oder andere Mal gehört haben. Das ist frustrierend und deshalb ist es umso wichtiger, dass man sich ein positives und bestärkendes Umfeld sucht. In meinen Augen ist immer alles möglich, auch wenn es sich Dritte vielleicht für sich selbst nicht vorstellen können.

Die eigene Einstellung

Kommen wir zum entscheidenden Faktor in Sachen Kind – ja oder nein. Die eigene Einstellung beeinflusst einfach alles. Wie wir über etwas denken und wie wir an etwas herangehen beeinflusst sämtliche Ergebnisse in unserem Leben.

Ich glaube daran, dass man auch mit einem oder mehreren Kindern seine eigenen Ziele verwirklichen kann. Vielleicht muss man etwas mehr organisieren und beachten, aber es ist möglich. Es wird nicht immer alles perfekt sein, aber das Leben ist schließlich nie ganz perfekt und das gehört auch irgendwie dazu.

Mein Kind ist die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.

Wir ihr vielleicht wisst, bin ich bereits Mutter eines heute 8 jährigen Sohnes. Auch, wenn die Zeit nicht immer einfach war, so war die Entscheidung vor 9 Jahren Mutter zu werden das beste, was ich je getan habe. Mein Sohn ist eine riesige Bereicherung für mein Leben und trotz meiner nach wie vor großen persönlichen und beruflichen Ziele möchte ich keine Sekunde missen.

Ich kann nur jede Frau bestärken ihrem Kinderwunsch zu folgen, vor allem, wenn sie auch berufliche und persönliche Ziele hat. Mit guter Planung kann alles funktionieren viele Wege eröffnen sich, wenn man sie geht.

Working Mom – Tipps & Tricks

Working Mom – Tipps & Tricks

Bist Du eine Working Mom oder denkst Du darüber nach eine zu werden? dann bist Du hier goldrichtig. Ich habe 6 Monate nach der Geburt meines Sohnes wieder Vollzeit gearbeitet und bin heute, 8 Jahre später sehr froh darüber. Da ich vom Muttertyp eine typische Regenbogenmutter (mehr zum Thema: Welcher Mutteryp ist Du?) bin, war schnell klar, dass ich Kind UND Karriere wollte.

Kind und Karriere

Vorneweg: Aus meiner Sicht sind beide Dinge vereinbar. Voraussetzung ist, dass man es als Mutter auch möchte. Denn sicherlich ist das Leben einer Working Mom hier und da herausfordernder als das einer Mutter, die nicht arbeiten geht. Auch muss man der Typ dafür sein. Es muss klar sein, dass man einen Kompromiss eingehen muss und dass man immer ein stück weit zwischen den Welten der Karriere und des Mutterseins steht.

Organisation ist alles

Einmal für eine Karriere mit Kind entschieden, geht die Planung und die Organisation auch schon los. Alles muss frühzeitig geregelt werden. Wie lange will ich pausieren? Möchte ich Teilzeit nach dem Mutterschutz arbeiten oder Elternzeit nehmen? Wird der Vater sich an der Kinderbetreuung beteiligen? Wie wird das Kind betreut, wenn ich arbeite? Möchte ich einen Krippenplatz, eine Tagesmutter oder lieber ein Au Pair? Welche Kosten kommen auf uns zu? All diese Fragen sollte man bereits im Vorfeld, bestenfalls schon vor der Geburt geklärt haben.

Meine 8 Working Mom Tipps

  1. Besprich so früh wie möglich mit Deinem Arbeitgeber, wann Du wieder in den Beruf einsteigen willst. Mach Dir vorher Gedanken, ob es eventuell mehrere Optionen gibt, die Du vorschlagen könntest.
  2. Mach Dir Gedanken über Betreuungsmöglichkeiten. Für Kinder über 3 Jahre ist die Kita sicherlich eine gute Lösung. Bei jüngeren Kindern ist dies aus meiner Erfahrung schwieriger. Ich habe da lieber auf die Dienste eines Au Pairs zurückgegriffen.
  3. Fallback Lösungen: Denke auch immer an eine Fallback Lösung, wenn alle Stricke reißen. (z.B. Krankheit, Kita Streik, beruflicher über Nacht weg sein, etc.) Wie kann das Kind dann betreut werden?
  4. Nimm Deinen Partner mit in die Verantwortung. Wir Frauen müssen lernen unsere Partner mit einzubeziehen und ihn auch Verantwortung zu übertragen. Ein Working Dad ist eine Selbstverständlichkeit. Warum? Weil wir Mütter meistens die Kinderbetreuung übernehmen.
  5. Reflektiere Dich als Mutter in Deiner Working Mom Rolle. Viele arbeitende Mütter scheitern, weil sie versuchen alles perfekt zu machen. Überall 100% geben zu müssen und alles unter einen Hut bringen zu wollen. Eine Working Mom zu sein bedeutet auch mal eine 5 gerade sein zu lassen. Perfektionismus schadet nur.
  6. Nimm dir Auszeiten: Ruhe und Zeit für Dich sind besonders wichtig. Du bist nicht nur für Dein Kind und Deine Karriere zuständig, sondern auch für Dich. Es ist völlig ok Dir Zeit für Dich einzuräumen. Sport zu machen, Freunde zu treffen oder einfach mal ein gutes Buch zu lesen. Es gibt den Vater, Freunde oder Verwandte, die in dieser Zeit auf das Kind aufpassen können.
  7. Sei ehrlich mit Dir und Deinem Umfeld. Jedes Kind ist anders und niemand weiß vorher wie alles klappen wird. Kommuniziere dies sowohl in dein privates als auch berufliches Umfeld. Es gibt immer perfekte Absichten, aber die Realität ist oft anders. Die meisten Arbeitgeber schätzen es, wenn man von Anfang an ehrlich ist. “Ich werde versuchen Vollzeit zu arbeiten, aber ich kann es nicht versprechen”, ist ein Satz, der vielleicht etwas Überwindung kostet, aber auch auf alle Eventualitäten einzahlt.
  8. Mache Working Mom sein zu einer Selbstverständlichkeit. Je mehr Du Deine Rolle als Working Mom lebst und sie als selbstverständlich ansiehst, desto leichter ist es. Für meinen Sohn ist es ganz normal, dass ich Vollzeit arbeite und er vermisst auch nichts. Je weniger wir etwas besonderes daraus machen, desto einfacher ist es. Manche Dinge muss man einfach machen, ganz gleich, was andere darüber denken.
  9. Höre nicht auf die Meinung anderer. Es ist ganz allein Deine Entscheidung, ob Du arbeiten möchtest Du oder nicht. Es ist weder gut noch schlecht und niemand hat ein Recht darüber zu urteilen. Allerdings urteilen trotzdem viele, insbesondere andere Mütter. Das mag oft nicht nett sein, aber Du kannst es nicht ändern und Du musst lernen Deine eigene Entscheidung zu treffen, losgelöst von der Meinung anderer.
Hast Du noch weitere Tipps und Tricks? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar.
Zweites Kind ja oder nein?

Zweites Kind ja oder nein?

Ich bin bereits Mutter und liebe meinen Sohn über alles. Ich habe in einem vorherigen Blogpost zum Thema Mütter in der Unternehmensberatung mich bereits mit dem Thema Muttersein befasst. Nun bin ich Mitte 30, habe den Mann meines Lebens an meiner Seite und frage mich, ob ich bzw. wir nicht noch ein zweites Kind möchte(n).

Die folgenden Zeilen sind zum Teil eine Reflektion meiner Gedanken und der Art und Weise wie ich mit dieser Fragestellung umgehe. Ich muss dazu sagen, dass ich eine kreative Regenbogenmutter bin. Kindererziehung allein erfüllt mich nicht und eine berufliche Perspektive war mir immer wichtig. Zum Thema Muttertyp und was der Unterschied zwischen einer Regenbogenmutter und einer Erdmutter ist, findest Du hier einen weiteren Beitrag.

Das zweite Kind

Ein weiteres oder zweites Kind ist eine ganz andere Entscheidung, als sich zu fragen, ob man ein erstes Kind möchte. Beim ersten Kind sind zumindest wir Frauen viel mehr von Instinkten getrieben. Der erste Kinderwunsch ist nicht selten ein abstraktes Bedürfnis und weniger ein ganz konkretes Gefühl, das man beschreiben kann. Ich kenne viele Mütter, die das erste Kind bekommen mit der einfachen Begründung, dass sie eben ein Kind wollten. Das ist völlig normal, aber beim zweiten Kind ist die Situation für viele etwas anders. Man kennt eigentlich alles, was einen erwartet oder man glaubt es zumindest. Man erinnert sich an die schwere Geburt, die schlaflosen Nächte und vollen Windeln. Ich erinnere mich auch an ein Baby im Maxi Cosi, das auch beim Duschen immer mit dabei sein wollte.

Ich schreibe all diese Zeilen aus meiner Regenbogenmuttersicht. Ein zweites oder weiteres Kind ist für mich in erster Linie sehr viel Verantwortung. Es ist eine Entscheidung für viele Jahre und es bedeutet gerade in den ersten Jahren, dass man auch große Opfer bringen muss.

Im Folgenden werde ich zunächst, die aus meiner Sicht negativen, und dann die positiven Punkte aufzählen und kommentieren.

Zweites Kind oder Karriere?

Die negative oder sagen wir kritische Seite:

Wenn Frauen lange hadern, ob sie noch ein zweites Kind bekommen sollen oder nicht, dann nenne ich das auch sehr häufig: die Regenbogenmutterfrage. Denn eine Erdmutter, die voll und ganz in der Kindererziehung aufgeht, stellt eine solche Frage eher seltener.

Gerade, wenn man berufliche Ambitionen hat, bremst ein Kind die berufliche Entwicklung zunächst. Die wenigsten Mütter gehen nach dem Mutterschutz wieder arbeiten, die meisten nehmen Elternzeit. Elternzeit ist wunderbar, aber bedeutet eben auch, dass man die meiste oder gar alle Zeit Mutter ist. Ich habe bei meinem ersten Kind auch Elternzeit genommen und es war damals die richtige Entscheidung. Heute weiß ich aber, dass ich schneller wieder in meinen Beruf zurückkehren wollte. Die Elternzeit hat meiner Karriere nicht mehr geschadet, als ein Sabbatical es auch getan hätte, aber förderlich war sie natürlich auch nicht.

Karrierekiller Teilzeit

Teilzeit kann in meinen Augen ein echter Karrierekiller sein. Dazu gibt es einige Studien und hier einen Artikel auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung. Ich habe nie Teilzeit gearbeitet, weil dieses Modell in der Unternehmensberatung schwer umsetzbar ist. Als Unternehmensberaterin konnte ich nicht nur 3 Tage verfügbar sein, auch waren 8 Stunden Tage einfach nicht abbildbar. 

Ich kenne keine Frau, die Karriere in Teilzeit gemacht hat. Hat man berufliche Ambitionen, dann muss man Vollzeit arbeiten oder in kauf nehmen, dass Beförderungen länger dauern. Auch sind gerade Frauen in höheren Positionen mit Teilzeitstellen zunehmend frustriert, da sie weder der Mutterrolle noch ihrer Rolle im Job richtig gerecht werden können. Im Job fällt es Vorgesetzten mit Teilzeitmüttern sehr schwer geeignete Aufgaben zu finden und diese speisen sie nicht selten mit Sonderprojekten ab, die mehr einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gleichen. Wenn man sich als Teilzeitmutter oder Teilzeitvater damit abfindet, ist Teilzeit als reine Maßnahme, um Geld zu verdienen und trotzdem für das Kind da zu sein, sicherlich eine Option.

Beziehungskiller (zweites) Kind

Kinder verändern die Beziehung zum Partner. Jeder, der das leugnet, lügt. Oft werden Beziehungen dann auch auf eine harte Probe gestellt. Der unregelmäßige Schlaf und die große neue Verantwortung nehmen auch Einfluss auf die Beziehung. Wir Frauen verändern uns mit jeder Geburt, unser Hormonhaushalt fährt einmal Achterbahn, unser Körper verändert sich, unser Gemütszustand und auch unsere Beziehung zu unserem Partner ist nach einer Geburt anders. Ganz zu Schweigen von der Sexualität.

Ein Kind, gerade ein Säugling, ist vergleichbar mit anderen Extremsituationen, die eine jede Beziehung mal durchleben muss. Manchmal erleben wir nach der Geburt diese Extremsituation zum ersten Mal mit unserem Partner und das kann sehr überfordernd sein. Selbst Paare, die sich schon lange kennen und bisher stabile Einheiten waren, kommen hier ins Straucheln. Ich denke, das ist ganz normal, aber man muss sich im Vorhinein darüber im Klaren sein.

Romantische Zweisamkeit

Kinder sind etwas wunderbares, aber nicht wenn sie schreien, quengeln oder krank sind. Romantisch Essen gehen, ist mit einem Säugling oder Kleinkind so gut wie unmöglich. Für mich war Essen gehen mit einem unter 3-jährigen immer anstrengend. Man kommt nie wirklich zum essen, ständig fällt etwas runter oder es wird gequengelt. Auch ist es oft nicht möglich sich in Ruhe zu unterhalten, denn das Kind braucht volle Aufmerksamkeit.

Veränderungen des Körpers

Jedes Baby verändert den Körper der Mutter, das ist sicherlich jedem klar. Aber es passieren viel mehr Veränderungen als man sich vor einer Geburt vorstellen kann. Da gibt es die offensichtlichen Veränderungen, die die Geburt mit sich bringt. Das große Loch im Bauch durch die verdrängten Muskeln, Geburtsverletzungen, mögliche  vorübergehende Inkontinenz aufgrund des strapazierten Beckenbodens, die länger anhaltende Blutung im Wochenbett, die geschwollenen Brüste  und so viele Dinge mehr, die von Frau zu Frau unterschiedlich ausgeprägt sein können. Die nicht sichtbaren Veränderungen hormonell und persönlich sind meiner Meinung nach aber mindestens genauso schwerwiegend.

Außenseiter Mann

Für Männer bzw. die Väter ist diese Situation auch nicht wirklich einfach. Als Mann steht man quasi nur daneben und beobachtet, was passiert. Es ist für uns Frauen schon schwer vorstell- und nachvollziehbar, was mit uns in einer solchen Situation passiert, wie muss dies dann für einen Mann sein?

Ich kenne Männer, die nach der Geburt eine Art Eifersucht dem Kind gegenüber entwickelt haben, die sich weigern die Windel zu wechseln und die seelenruhig weiterschlafen, wenn das Neugeborene in der Nacht schreit. Das ist in den meisten Fällen keine böse Absicht der Männer, oftmals sind sie genauso überfordert wie die Mutter auch. Auch wird Männern in unserer, aber auch in anderen Gesellschaften, nicht beigebracht wie man mit Babys umgeht. Die meisten werden bei der Geburt ihres eigenen Kindes vielleicht noch nie ein Baby im Arm gehabt haben.

Beim zweiten Kind haben sie dann vielleicht schon etwas Übung, aber auch sie werden sich wieder mehr einschränken müssen und auch Mehr an Verantwortung mit übernehmen.

Regretting motherhood

Vor einigen Jahren wurde eine Studie, der israelischen Soziologin, Orna Donath, veröffentlicht, in der es darum geht, dass Mütter ihre Mutterschaft bedauern. Sie hat dazu auch ein Buch veröffentlicht, den Link dazu findest du hier. Über dieses Studie gab es allgemein einen großen Aufschrei. Viele echauffierten sich wie eine Mutter überhaupt so denken kann.

Ich denke, dass sehr viele Mütter einmal, und wenn auch nur kurz an den Punkt kommen, an dem sie ihre Mutterschaft vielleicht nicht bereuen, aber es sich zumindest anders vorgestellt haben. 

Gerade Regenbogenmütter und sogenannte Scannerpersönlichkeiten überkommt häufiger das Gefühl, dass man aufgrund der Verantwortung für ein Kind einen Teil seiner Freiheit und Möglichkeiten verliert. Man fühlt sich eingeschränkt und gebunden.

Zweites Kind als Krönung der Beziehung

 oder auch die positive Seite des Kinderkriegens

Nach all den Zweifeln, die ich gerade beschrieben habe, ist ein Kind, egal das wievielte, in meinen Augen die Krönung einer jeden Beziehung. Kinder sind etwas wunderbares und machen in meinen Augen eine Familie erst so richtig komplett.

Gerade wir Regenbogenmütter zweifeln sehr oft, ob wir ein erstes oder zweites Kind wollen. Wir sind Hin und Her gerissen zwischen den Welten. Im einen Moment ist es die tollste Vorstellung im nächsten sehen wir uns unserer Freiheit beraubt. Dahinter stecken viele Ängste, wie die Existenzangst oder die Angst vor Freiheitsverlust, aber auch die Angst keine gute Mutter zu sein schwingt immer ein wenig mit.

Familie als Basis für ein glückliches Leben

Es gibt eine Studie, die Menschen über Jahre immer wieder befragt hat, was sie glücklich macht. Je älter diese Menschen wurden, desto häufiger war einer der Kernpunkte die Familie. Natürlich kann man auch ohne Kinder glücklich sein, aber ich bin der Meinung, dass gerade Kinder nochmal eine ganz andere positive Dynamik in das Familienleben bringen. Gerade bei vielen älteren Menschen beobachte ich, dass Einsamkeit mit das schlimmste Übel ist, was einem widerfahren kann. Meine Oma hatte viele Kinder und Enkelkinder, in ihrem Leben war bis zum Schluss immer richtig was los und sie genoss das Familienleben bis zum Schluss.

Persönliche Erfüllung in der Mutterschaft

Trotz der Tatsache, dass mir eine Karriere immer wichtig war, erfüllt mich meine Mutterrolle sehr. Einem Kind all seine bedingungslose Liebe zu schenken, ist ein atemberaubendes Gefühl. Gemeinsam mit Kindern die Welt erkunden, zu beobachten wie sie die Dinge wahr nehmen oder mit ihnen früh morgens oder spät abends im Bett zu kuscheln, ist ein absolut unvergleichbares Gefühl. Wenn ich abends frage, was mich heute glücklich gemacht hat, dann steht sehr oft die Zeit mit meiner Familie ganz weit oben. Seitdem ich Mutter bin, fühle ich mich vollständig.

Zweites Kind als Chance für Entwicklung

Ein zweites oder weiteres Kind bedeutet Veränderung. Veränderung wiederum bedeutet die Chance auf Weiterentwicklung. Das betrifft jedes einzelne Familienmitglied für sich allein, aber auch die ganze Familie zusammen. Ich sehe es als eine Herausforderung um noch eine bessere Familienmanagerin zu werden, gelassener mit Herausforderungen um zu gehen und natürlich, die Dinge, die ich durch mein erstes Kind gelernt habe, dem zweiten zu Gute kommen zu lassen.

Konfliktpotential eindämmen

Im Folgenden gebe ich euch ein paar Tipps an die Hand, um den typischen Konfliktfällen im Rahmen des Familienzuwachses vorzubeugen.

Kommunikation mit dem Partner als Schlüssel

Wichtig ist, dass man seine Sorgen und Zweifel zum Thema Kinderwunsch offen und ehrlich mit dem Partner bespricht. Wir Frauen neigen dazu das Thema Kinderwunsch oft nur mit uns selbst auszumachen und die Diskussion und Kommunikation mit dem Partner kommt nicht selten viel zu kurz. Für Männer bedeutet ein Baby auch ein hohes Maß an mehr Verantwortung, schließlich tragen Mütter in der ersten Zeit oftmals nur eingeschränkt oder gar nicht zum Haushaltseinkommen bei.

Ich rate dazu vor der Schwangerschaft über alle Sorgen und Ängste zu sprechen und auch die gegenseitigen Vorstellungen im Alltag abzuklären. Viele Mütter sind gerade in den ersten Monaten frustriert, wenn sie sich allein um den Säugling und den Haushalt kümmern und der Vater erst spät abends nach Hause kommt. Dann fallen Sätze wie “so habe ich mir das nicht vorgestellt”, aber geredet wurde vorher darüber auch nicht.

Bevor man sich für ein Kind entscheidet, sollte mit dem Partner geklärt sein wie man sich ein späteres Zusammenleben mit Kind vorstellt. Jede Mutter braucht auch Auszeiten, ein Kind ist viel anstrengender als ein Vollzeitjob. Erst vor kurzem las ich einen Bericht in dem stand, dass ein Kind vergleichbar mit 2,5 Vollzeitjobs ist. Männer haben oft kein Gefühl dafür was es bedeutet sich den ganzen Tag um einen Säugling oder ein Kleinkind zu kümmern. Sie unterschätzen die Last, die auf der Mutter liegt, aus Unwissen, nicht absichtlich.

Paarzeit

Auch mit einem Baby oder Kleinkind sollte man Zeit nur zu zweit verbringen. Unser Partner hat unsere ungeteilte Aufmerksamkeit genauso verdient und jede Beziehung leidet darunter, wenn der Mann sich nur in die Arbeit stürzt oder die Frau zu 100% nur für das Neugeborene da ist. Mütter müssen ab einem gewissen Zeitpunkt auch in der Lage sein, das Baby mal in andere Hände zu geben.

Meine Empfehlung daher: Babysitter buchen. Ob Oma, beste Freundin oder eine bezahlte andere Person, aber dies ist die einzige Möglichkeit ein halbwegs entspannte Zweisamkeit zu genießen. Ich sage “halbwegs”, weil es meist dann doch nicht so reibungslos und stressfrei läuft wie gewünscht. Aber auch ein Baby, das gestillt wird, kann einen Abend mal mit der Flasche und abgepumpter Milch ernährt werden. Und wir Mütter müssen uns unserem Partner zuliebe auch mal überwinden können, wenn dieser darum bittet.

Elterngeld federt finanzielle Sorgen ab

Das Elterngeld ist eine einkommensabhängige Leistung und sicher Eltern während der ersten Zeit nach dem Mutterschutz ab. Mehr zum Thema Elterngeld findet ihr hier. Auch ich habe bei meinem ersten Kind Elterngeld bezogen und empfand es als absolute Erleichterung, die es mir damals ermöglichte ein Jahr zu Hause zu bleiben. Maximal kann man 1800 Euro monatlich für 12 bzw. 14 Monate bekommen oder das ganze auf 24 Monate ausweiten, wobei es dann nur die Hälfte monatlich gibt. 

Eine Karriere mit Kind ist möglich

Unternehmen werden immer flexibler und Muttersein und Arbeiten wird immer besser vereinbar. Sicherlich gibt es nach wie vor viel zu tun, aber mehr und mehr entwickelt sich auch die Arbeitswelt zu einer kinderfreundlichen Umgebung. Viele Unternehmen bieten bereits interessantere flexible Arbeitsmodelle an und Homeoffice wird immer mehr Regel statt Ausnahme.

Auch gibt es immer mehr Väter, die mehr Verantwortung in der Kindererziehung übernehmen. So sehr ein Kind einerseits ein Karrierekiller sein kann, so kann es aber mit guter Planung und Aufteilung trotzdem möglich sein private und berufliche Ziele zu vereinbaren.

Schwangerschaft – Mutterschutz – Elternzeit – Und dann?

Schwangerschaft – Mutterschutz – Elternzeit – Und dann?

Plötzlich ist man schwanger und nachdem die Freude zunächst den ganzen Raum erfüllt hat, stellen sich berufstätige Frauen viele Fragen.

Wie sage ich meinem Chef oder meiner Chefin, dass ich schwanger bin?

Als hätte man als Schwangere nicht schon genug Fragen und Unsicherheiten im Kopf, so muss man zwangsläufig als Berufstätige nach dem dritten Monat das Gespräch mit dem oder der Vorgesetzten suchen. Ich war damals 27 Jahre alt und hatte einen männlichen Chef. Ich war schwanger, aber das zum ersten Mal, ich hatte keine Ahnung, wie es sein würde, wenn das Baby erst einmal mal da ist. Wie auch? Alles war neu und schwer vorstellbar. Ehrlich gesagt, ist wahrscheinlich jede Schwangere nach den ersten drei Monaten auch einfach nur froh, dass sie diese kritische Zeit überstanden hat. Ich kann mir schwer vorstellen, und ich plane normalerweise sehr viel im Voraus, dass man bei seiner ersten Schwangerschaft weitere 12-18 Monate präzise im Voraus geplant hat bzw. auch wirklich detailliert planen kann. Als ich meinem Chef, die für mich frohe Botschaft übermittelte, antwortete er wie selbstverständlich:

Herzlichen Glückwunsch, Du kommst dann aber sicher nicht mehr wieder.

Wow. Ich war sprachlos, um ehrlich zu sein. Heute hätte ich sicherlich einen flotten Spruch auf Lager, der ihm diese Frechheit schnell bereuen hätte lassen, aber damals war ich unerfahren und einfach nur sprachlos. Schlimmer noch, ich glaubte, was er sagte und nahm es als meine Realität an. Dabei hatte ich kurz vor dem Gespräch noch keinen detaillierten Plan wie es weitergehen sollte, aber als mein Chef mir diese Antwort gab, war es, als ob er mir den Plan diktierte.

Elternzeit

Mein bzw. sein Plan war dann 12 Monate in Elternzeit zu gehen. Zukunft völlig offen mit der Einschränkung, dass meine Zukunft nicht in diesem Job und diesem Unternehmen zu finden war. Ich muss zugeben, dass ich als strategische Unternehmensberaterin für die Automobilindustrie 5 Tage die Woche unterwegs war und mir schwer vorstellen konnte wie das mit einem Kleinkind funktionieren sollte. Ich habe meinem Chef deshalb zunächst gesagt, dass ich ein Jahr in Elternzeit gehen würde. Nach dieser Ankündigung wurde ich zunehmend behandelt wie ein rohes Ei, das ärgerte mich, aber ich fand mich mit diesem Umstand ab und freute mich auf mein Baby. Ich habe bis zu meinem Mutterschutz dann noch kleinere Projekte betreut und habe akzeptiert etwas kürzer zu treten.

Wiedereinstieg nach der Geburt

Mir war nach der Geburt klar, dass ich mir in Bezug auf meinen Job neue Gedanken machen musste. Sechs Monate nach der Geburt bekam ich dann ein Angebot, dass ich nicht ausschlagen konnte. Ein lukrativer Freelancer Job kam quasi über Nacht und ich musste mich schnell entscheiden. Es ging um sechs Wochen Arbeit mit vielen Freiheiten und für mich damals viel Geld. Mich reizte die Herausforderung und auch obwohl ich noch voll stillte, nach wie vor einige Kilos zu viel hatte, wagte ich es. Ich kündigte mein bestehendes Arbeitsverhältnis, unterbrach meine Elternzeit und stürzte mich ins Abenteuer. Mein Mann war damals flexibel und freute sich auf sechs Wochen mit dem Baby. Ich lernte Milch abzupumpen und es funktionierte tadellos. All meine Zweifel waren unbegründet, auch wenn ich ganz schön zu kämpfen hatte. Die langen Arbeitstage, die Nächte in denen ich stillte und der herausfordernde Job zehrten sehr an mir. Aber ich war froh es gemacht zu haben und ich möchte junge Mütter dazu ermutigen solche Dinge auch einfach mal zu machen, auch wenn man erst nicht genau weiß wie es geht.

Erneuter Wechsel in ein Angestelltenverhältnis

Der Job als freiberufliche Unternehmensberaterin war toll, aber aufgrund der hohen Reisetätigkeit von 4 Tagen in der Woche auf Dauer mit Säugling bzw. Kleinkind nicht leistbar. Auch verunsicherte mich damals die Unsicherheit, die man als Selbständige oder freiberuflich Arbeitende täglich im Kopf hat. Bekomme ich genug Aufträge? Was mache ich, wenn mal ein paar Monate Leerlauf sind? Ich war noch sehr jung an Berufserfahrung, hatte gerade mal drei Jahre in dem Job gearbeitet, mein Netzwerk war noch nicht etabliert, also entschied ich mich nach einer Festanstellung zu suchen. Ich bin nach der Elternzeit dann bei der Volkswagen Consulting als damals einzige vollzeitarbeitende Mutter eingestiegen und ich muss sagen, dass es eine sehr gute Entscheidung war. Es war ein Zwischending aus meiner früheren Tätigkeit und weniger Reisetätigkeit und Volkswagen war wirklich ein großartiger Arbeitgeber für eine Mutter wie mich damals. Sicherlich gibt es noch viel für deutsche Unternehmen zu tun, um die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie zu ermöglichen, aber ich empfand die Flexibilität, Anerkennung und Wertschätzung der Volkswagen Consulting mir als Mutter gegenüber wirklich tadellos.

Fazit zu “Kind und Karriere”

Es ist möglich einen herausfordernden Job zu machen UND gleichzeitig eine gute Mutter zu sein. Ich habe die letzten 7 Jahre nach der Elternzeit immer Vollzeit gearbeitet und teilweise sehr herausfordernde Jobs gemacht. Es gehört ein bisschen Mut und Machermentalität dazu, man darf sich von eventuellen negativen Meinungen dazu nicht entmutigen lassen. Wichtig ist das eigene Bauchgefühl. Mein Sohn wurde viel fremdbetreut, aber er hat dadurch sehr viel soziale Kompetenz erlangt und ist heute mit fast acht Jahren sehr selbstbewusst und selbständig. Der Bindung zwischen uns hat es nicht geschadet und ich hätte mir für mich nie einen anderen Weg vorstellen können. Mehr Infos zum Thema Elternzeit unter: https://www.elternzeit.de/ Auch einen interessanter Blog (den ich gan z toll finde) zum Thema findet ihr bei der tollen Sophie Lüttich: https://www.networkingmom.de/

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